Wien - Die Wirtschaftsuniversität (WU) Wien übersiedelt in ein neues Gebäude. Diesem Plan des Rektorats hat der Universitätsrat am Freitag Nachmittag grünes Licht gegeben. Baubeginn soll in rund zwei Jahren sein, bezugsfertig soll die neue WU im Jahr 2011 sein. Präferiert werde ein Standort in der Nähe des bisherigen in Wien-Alsergrund mit U-Bahn-Anschluss, betonte der für die Infrastruktur zuständige Vizerektor Horst Breitenstein gegenüber der APA. Die Entscheidung sei bereits seit Monaten vorbereitet worden und habe mit dem durch Brandstiftung ausgelösten Feuer in dieser Woche nichts zu tun.

Das WU-Hauptgebäude (UZA-1) ist seit Jahren ein Sanierungsfall. Der 1982 eröffnete Bau ist undicht, immer wieder kommt es bei stärkeren Niederschlägen zu Wassereinbrüchen. Im Rahmen der geplanten Generalsanierungs-Offensive für Uni-Bauten waren bereits 70 Mio. Euro für die bauliche Erneuerung der WU reserviert.

Die Neuanmietung eines alternativen WU-Standortes in Wien sei wirtschaftlicher und zweckmäßiger als die Generalsanierung des Universitätszentrums Althanstraße bei laufendem Universitätsbetrieb, hieß es in einer Aussendung. Ausgeschrieben werden soll der Neubau durch die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) im Herbst 2006, darin enthalten sein werden Höchstpreise und Standortkriterien. Die WU wird wieder Mieter, die Mietkosten sollen nicht höher als bisher sein.

Ein Standort

Angestrebt wird ein einziges Gebäude für alle Einrichtungen. Derzeit hat die WU Einrichtungen in vier großen Gebäuden (UZA 1-4), dem Kolpinghaus und im alten WU-Standort, dem Welthandelsgebäude in Döbling, rund 63.000 Quadratmeter zur Verfügung.

Die künftige Gesamtfläche soll in etwa der bisherigen entsprechen, so Breitenstein. "Wir rechnen nicht mit steigenden Studentenzahlen auf Grund der Umstellung auf das dreigliedrige Studiensystem mit den kürzeren Bakkalaureat-Studien." Allerdings werde es sicher andere Hörsaalstrukturen als bisher geben.

"Saublöde Optik"

Der Brand in der WU habe nichts mit der aktuellen Entscheidung zu tun, meinte Breitenstein, der aber "natürlich eine saublöde Optik" einräumte. Man habe monatelang auf die heutige Sitzung des Uni-Rats hingearbeitet und dementsprechende Berechnungen angestellt.

BIG-Geschäftsführer Christoph Stadlhuber hoffte in einer Aussendung auf eine rasche Planungs- und Widmungsphase und einen Baubeginn in rund zwei Jahren: "Damit wäre, vorausgesetzt es läuft alles wunschgemäß, die neue Wirtschaftsuniversität Wien im Jahr 2011 bezugsfertig." (APA)