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Ronaldinho ist der Beste.

Foto: APA/AP/Brieri
Zürich - Ronaldinho bleibt der unumstrittene "König" des Weltfußballs. Drei Wochen nach seiner Wahl zu Europas Fußballer des Jahres wurde der Brasilianer am Montag von der FIFA auch zum weltbesten Kicker gekürt. Zweiter bei der Wahl zum "Weltfußballer des Jahres" wurde der englische Nationalspieler Frank Lampard (Chelsea FC) vor dem Kameruner Samuel Eto'o (FC Barcelona).

Ronaldinho erhielt die FIFA-Auszeichnung nach 2004 bereits zum zweiten Mal in Folge und ist erst der dritte Spieler, den die FIFA mehr als ein Mal als "Weltfußballer" auszeichnete. Bisher gelang dies nur seinem Landsmann Ronaldo (1996, 1997 und 2002) sowie dem Franzosen Zinedine Zidane (1998, 2000 und 2003).

Die 228 stimmberechtigten Nationalteamtrainer und -Kapitäne hatten bei der Wahl keine Zweifel: Ronaldo de Assis Moreira, kurz Ronaldinho genannt, wurde 159 Mal auf Platz 1 gesetzt. Mit 956 Punkten setzte sich der Brasilianer deutlich vor Mittelfeldspieler Lampard an die Spitze. Auf Platz 3 gereiht wurde Ronaldinhos Teamkollege beim FC Barcelona, Stürmer Samuel Eto'o.

Vor einem Jahr war die Wahl noch knapper gewesen: Ronaldinho gewann damals - leicht überraschend - vor dem französischen Arsenal-Stürmer Thierry Henry und Milans ukrainischem Goalgetter Andrej Schewtschenko. Dieses Mal gab es aber keine andere Wahl: Ronaldinho führte Weltmeister Brasilien im Sommer zum Gewinn des Confederations-Cups, verhalf dem FC Barcelona zum langersehnten Meistertitel in der Primera Division und war mit seiner Technik und brillanten Ballbeherrschung der auffallendste Spieler in der vergangenen Champions League-Saison.

Ronaldinho ist bereits der vierte Brasilianer, der diesen Titel gewann. In den vergangenen 15 Jahren schafften es auch seine Landsleute Ronaldo (drei Mal), Rivaldo und Romario an die Spitze. Glückt Ronaldinho nächsten Sommer in Deutschland mit seinem Heimatland die WM-Titelverteidigung, dürfte ihm der Hattrick wohl nicht zu nehmen sein.

Drei Mal haben die begehrte Trophäe bisher aber nicht nur Ronaldo und Zidane, sondern auch Birgit Prinz erhalten. Die Deutsche hat außer der olympischen Goldmedaille alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Mit 75 Nennungen auf Platz 1 der Nationaltrainerinnen und -Kapitäninnen platzierte sie sich aber nicht so klar wie Ronaldinho vor der Konkurrenz.

Auf Platz zwei setzte sich die 19-jährige Brasilianerin Marta, die vor einem Jahr noch Dritte geworden war. Marta spielt in der schwedischen Liga, wurde dort Torschützenkönigin und führte ihren Klub Umea dank ihrer 21 Tore in 22 Spielen zum Meistertitel. Auf dem dritten Platz landete die erstmals nominierte US-Amerikanerin Shannon Boxx.

Der "Presidential Award" ging heuer an Schiedsrichter Anders Frisk. Der Schwede erklärte im vergangenen März überraschend seinen Rücktritt, nachdem er nach Attacken durch Trainer, Spieler, Medien und Fans in England sogar Morddrohungen erhalten hatte. FIFA-Präsident Joseph Blatter dokumentierte mit dieser Ehrung seine Solidaritätsbekundung mit allen Schiedsrichtern und verurteilte die verbalen Attacken gegen einen der weltbesten Unparteiischen, der für die WM 2006 in Deutschland gesetzt war.

Als bestes Team des Jahres ausgezeichnet wurde Brasilien als ganzjähriger Leader des FIFA-Rankings. Der Weltmeister erhielt diese Ehrung zum vierten Mal in Serie. Der Fairplay-Preis ging an die kleine peruanische Stadt Iquitos, die während der U17-Weltmeisterschaft im Herbst für Begeisterung im südamerikanischen Land gesorgt hatte. (APA/dpa/SIZ)

FIFA-Weltfußballer des Jahres: 1. Ronaldinho (BRA/Barcelona) 956 Punkte - 2. Frank Lampard (ENG/Chelsea) 306 - 3. Samuel Eto'o (KAM/Barcelona) 190

Weltfußballerin des Jahres: 1. Birgit Prinz (GER/Frankfurt) 513 - 2. Marta (BRA/Umea) 429 - 3. Shannon Boxx (USA/New York) 235

Team des Jahres: 1. Brasilien 840 FIFA-Ranking-Punkte - 2. Tschechien 796 - 3. Niederlande 791

Aufsteiger des Jahres: 1. Ghana 48.640 FIFA-Index-Punkte - 2. Äthiopien 45.087 - 3. Schweiz 43.952

Fairplay-Preis: Iquitos (Peru)