Berlin - Bei Ausgrabungen des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) im einstigen Reich der Königin von Saba in Jemen haben Wissenschaftler eine mehr als sieben Meter lange Steininschrift entdeckt. Es handele sich dabei um die bisher monumentalste Inschrift, die in Südarabien bei Ausgrabungen gefunden wurde, teilte das Institut am Dienstag in Berlin mit.

Fund in erster Hauptstadt des Reiches

Der Stein lag im Heiligtum des sabäischen Gottes Almaqah in Sirwah (Jemen) mit der Inschriftseite verdeckt im Sand. Sirwah war die erste Hauptstadt des von Legenden umwobenen Reichs von Saba, das von 400 v. Chr. bis 800 n. Chr. bestand.

Die Leiterin der DAI-Außenstelle in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa sagte, der sieben Tonnen schwere Steinblock sei bei einem Erdbeben von seinem ursprünglichen Podest gestürzt. Dank jemenitischer Unterstützung konnte der Stein unversehrt wieder aufgerichtet werden.

Beweis für Handelskontrolle entlang der Weihrauchstraße

Nach Angaben des Jenaer Wissenschaftlers Norbert Nebes stellt die Inschrift das bedeutendste historische Dokument für den südarabischen Raum in der Mitte des 1. Jahrtausends v. Chr. dar. Der Text berichtet von Kriegen, die ein Herrscher Sabas gegen seine Nachbarn im Südosten und Norden des Jemen führt. Er sei ein erstes Zeugnis dafür, dass die Sabäer zu diesem Zeitpunkt den Handel auf der Weihrauchstraße, eine der ältesten Handelsrouten der Welt, kontrollierten. (APA/dpa)