Wien/Bukarest - Die Erste Bank könnte Aktien der BCR innerhalb von drei Jahren auch an die Aktienbörse in Bukarest bringen, teilte die Erste Bank heute mit. Das sei ein ausdrücklicher Wunsch der rumänischen Regierung.

Nach der endgültigen Übernahme der rumänischen Großbank Banca Comerciala Romana (BCR) muss die Erste Bank den Namen BCR noch "mindestens drei Jahre" lang beibehalten. Mit einem Zusatz zum bestehenden Logo soll künftig aber deutlich gemacht werden, dass die BCR ein Mitglied der Erste-Bank-Gruppe sein wird, erklärte Erste-Bank-Vorstandschef Andreas Treichl am Mittwochnachmittag bei einer Telefonkonferenz aus Bukarest.

Für die knapp 12.000 Mitarbeiter musste die Erste Bank keine Arbeitsplatzgarantien abgeben. Vor dem Closing soll auch nicht beziffert werden, wie groß die Personaleinsparungen sein sollen.

Endgültiges Closing März oder April

"Der Deal ist noch nicht geschlossen", unterstrich Treichl am Mittwoch. Das endgültige "Closing" soll voraussichtlich im März oder April nächsten Jahres stattfinden. Auch die österreichischen und rumänischen Kartellbehörden müssen erst ihr grünes Licht für die Transaktion geben.

Die BCR erwirtschaftet mit rund 320 Filialen eine Bilanzsumme von mehr als 7,7 Mrd. Euro. Ihr Marktanteil liegt bei 26 Prozent. Die Großbank hat rund 5 Millionen Kontoinhaber im Land, das entspricht etwa 2,8 Millionen Kunden.

Hauptaktionär der BCR war bisher die rumänische Privatisierungsagentur AVAS, die 36,88 Prozent der Aktien hält. 2004 hatte AVAS 25 Prozent plus zwei Aktien der BCR um jeweils 111 Mio. Dollar (damals umgerechnet knapp 93 Mio. Euro) an die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) und die Weltbank-Tochter International Finance Corporation (IFC) verkauft. 8 Prozent der Anteile werden von den BCR-Mitarbeitern gehalten, 30 Prozent befinden sich im Besitz verschiedener Finanzinvestoren. (APA)