Brüssel - Die Europäische Kommission hat am Mittwoch grünes Licht für die geplante Übernahme des tschechischen Aral-Tankstellennetzes durch den österreichischen Öl- und Gaskonzern OMV gegeben.

Obwohl beide Unternehmen im Kraftstoffgroß- und -einzelhandel in der Tschechischen Republik tätig sind, gebe es auf den betreffenden Märkten doch noch weitere multinationale und lokale Wettbewerber. Daher beeinträchtige der Zusammenschluss den effektiven Wettbewerb weder in der gesamten EU noch in einem erheblichen Teil davon ernsthaft, teilte die EU-Kommission mit.

Die Fusion mache die OMV zwar zum Marktführer im Tankstellen-Geschäft, so die EU-Kommission. Die Marktuntersuchung habe jedoch bestätigt, "dass verschiedene andere große multinationale und lokale Wettbewerber wie Shell, Benzina, Agip oder ConocoPhillips am Markt vertreten sind", so dass auch nach dem Zusammenschluss "noch genügend alternative konkurrierende Anbieter vorhanden" seien.

Die OMV hat Anfang Oktober vom britischen Ölkonzern BP alle 70 Aral-Tankstellen in Tschechien übernommen. Die Anzahl der OMV-Tankstellen in Tschechien erhöht sich damit von 146 auf 216. Analysten schätzten den Kaufpreis auf 120 bis 140 Mio. Euro.

Die OMV ist seit 1991 in Tschechien über ihre 100-Prozent-Tochter OMV Ceska republika, s.r.o. vertreten und beschäftigt 84 Mitarbeiter direkt und rund 1.500 indirekt. 2004 wurde mit dem Tankstellen- und Commercial-Geschäft ein Gesamtumsatz von 747,4 Mio. Euro erwirtschaftet. Der Umsatz des nun übernommenen Aral-Geschäftes lag bei 258,3 Mio. Euro. (APA)