Zagreb - Zehn Jahre nach Kriegsende ist rund ein Drittel der vertriebenen Serben wieder nach Kroatien zurückgekehrt. Das berichteten kroatische Medien am Dienstag in Zagreb unter Berufung auf das staatliche Büro für Flüchtlinge. 118.000 der rund 350.000 geflüchteten Serben sind demnach wieder in ihre alte Heimat zurückgekommen.

Voraussetzungen

Internationale Organisationen hatten Kroatien immer wieder ermahnt, einer größeren Zahl der Serben die Rückkehr zu ermöglichen. Rückkehrer beklagten sich über zerstörte Häuser und Wohnungen, feindselige Nachbarn und Benachteiligungen bei der Arbeitssuche. Die Behandlung der Flüchtlinge nach internationalen Normen ist eine der Voraussetzungen für die angestrebte Mitgliedschaft Kroatiens in der Europäischen Union.

Flüchtlingslager

Nach UNO-Angaben wurden im Verlauf des Krieges nicht 350.000, sondern 280.000 Serben aus Kroatien vertrieben, die meisten während der Militäreinsätze "Sturm" sowie "Blitz" in der Krajina bzw. in Westslawonien im Mai 1995. Sie flüchteten zumeist nach Bosnien und dann weiter nach Serbien. Zehn Jahre nach Kriegsende leben dort weiterhin Zehntausende von ihnen.

Die serbischen Behörden gingen im Sommer von einer weitaus geringeren Zahl von Rückkehrern nach Kroatien aus. Sie sprachen von 58.000. Noch immer leben in Serbien Tausende Menschen in Flüchtlingslagern, nicht nur aus Kroatien, sondern auch aus Bosnien und dem Kosovo. (APA/dpa)