Der ORF zeigt Donnerstag,

was er aus Angelika Hagers Kolumnenheldin "Polly Adler" und ihrem Drehbuch gemacht hat. Wir kennen das Ergebnis. Und glauben nicht an Zufall, wenn Hager zeitgerecht in "profil" über "Desperate Housewives" & Co. schreibt:

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"Man kann davon ausgehen,

dass kein TV-Redakteur der deutschsprachigen Fernsehlandschaft es je gewagt hätte, ein derart schwarzhumoriges Anti-Idyllen-Produkt auf Schiene zu setzen. Schließlich widerlegt das Prinzip 'Desperate Housewives' in aller Radikalität das Eskapismus-Credo, das uns sonst Telenovelas wie 'Bianca – Wege zum Glück' und Rosamunde-Pilcher-Hochlandschnulzen am laufenden Band beschert. Und es revidiert die festzementierte Ansicht des deutschsprachigen TV-Redakteurs, wonach Intelligenz, Subtilität, abgehobene Dialoge und schräge Umsetzungen beim Fernsehvolk Quotenkillern gleichkommen."

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Warum beginnt das ZDF

den Hauptabend am Donnerstag um 19.25 Uhr? Die öffentliche Anstalt will die teuren Senderechte für "Tomb Raider 2" mit einem Werbeunterbrecher abfedern.

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Warum kam darauf der ORF noch nicht,

sonst Vorreiter der Kommerzialisierung gebührenfinanzierter Programme? ARD und ZDF dürfen nur vor 20 Uhr werben, aber unterbrechen. Der ORF darf rund um die Uhr werben, aber Filme nicht unterbrechen. Bisher jedenfalls. Vielleicht findet sich auch dafür eine entgegenkommende Regierung wie zuletzt beim Sport oder ein verständnisvoller Mediensenat wie beim "Song Contest". (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 29.12.2005)

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