Ein Fehler in einigen Hauptplatinen des amerikanischen Chipherstellers Intel könnte das Unternehmen teuer zu stehen kommen. Möglicherweise werden Hunderttausende Besitzer der Bauteile einen Umtausch ihrer so genannten Motherboards verlangen, weil diese unter bestimmten Umständen den ganzen Rechner zum Absturz bringen können. Nach Intels Angaben sind weltweit etwa eine Million dieser fehlerhaften Motherboards ausgeliefert worden. Das Problem betrifft Platinen, die mit Intels Technologie "Rambus" arbeiten. Diese ermöglicht dem Computer besonders schnelle Zugriffe auf seinen Arbeitsspeicher. Die hierfür ebenfalls nötigen Speichermodule sind allerdings um ein Vielfaches teurer als die konventionellen Bauteile. Daher wollte Intel mit dem Einbau eines "Memory Translation Hub" genannten Chips die Verwendung der bisher üblichen und billigeren Speicherbausteine ermöglichen. Dabei kommt es in dem fehlerhaften System allerdings zu nicht näher bezeichneten elektromagnetischen Unverträglichkeiten. Es sei keine Entschuldigung, dass das Problem nur dann auftrete, wenn der betroffene Computer voll ausgelastet werde und "richtig unter Stress steht", sagte der deutsche Intel-Sprecher Hans-Jürgen Werner. Sein Unternehmen werde den Benutzern einen Umtausch anbieten. Dazu gebe es bereits Gespräche mit den beteiligten Händlern. "Viele Anwender haben noch gar nicht gemerkt, dass sie von dem Problem betroffen sind", sagte Werner. Daher habe Intel inzwischen ein Programm zur Diagnose im Internet veröffentlicht (www.intel.com/support/mth/ami.htm). Betroffene Nutzer sollten sich nach Unternehmensangaben an den Händler wenden, bei dem sie das Motherboard gekauft haben. So genannte Motherboards bilden das Herzstück jedes Computers und sorgen für das korrekte Zusammenspiel aller Komponenten. Auf diesen Platinen sind mehrere Chips wie Prozessoren und Speicherbausteine enthalten. (APA/dpa)