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Tanja Ostojics Plakat, das - nebst anderen - für öffentliche Aufregung sorgt.
APA/epa/Pfarrhofer
Wien - Die umstrittenen Sujets der EU-Plakatserie der "25 Peaces" von Carlos Aires und Tanja Ostojic sind Freitag früh von den "Rolling Boards" entfernt worden. Am Donnerstagabend hatten die Projektverantwortlichen verlautbart, dass die Sujets entfernt werden sollen - der Vollzug wurde nun im "25 Peaces"-Büro bestätigt.

Ostojic empfinde die Polemik um ihr Werk, das den mit einem EU-Slip bekleideten Unterleib einer Frau zeigt (siehe Foto), als "öffentliche Zensur", hieß es am Donnerstag in einer Aussendung. Aires zieht seine Werke von sich aus zurück, um "eine Monopolisierung des Gesamtprojekts" aus Rücksicht auf die anderen KünstlerInnen zu vermeiden.

Finanzierungsfragen

Weiter läuft dagegen die Diskussion, ob die Bilder-Kampagne mit öffentlichen Geldern mitfinanziert wurde. SPÖ-Klubchef Josef Cap verwies auf Unterlagen, dass das gesamte Projekt "Peace gerollt" 500.000 Euro an finanzieller Unterstützung aus öffentlichen Geldern erfahren haben und dem widersprechende Darstellungen des Büros von Kanzler Wolfgang Schüssel unwahr seien. Dem widerprach die ÖVP: Die Finanzierung der 500.000 Euro sei über externes Sponsoring der ÖIAG erfolgt, die Mittel seien vom Bundeskanzleramt nur verwaltet worden. Dem wiederum widersprach die Verstaatlichtenholding: ÖIAG-Sprecherin Anita Bauer betonte, dass man dem Projekt keine Gelder zur Verfügung gestellt habe. Die Regierung habe die Verstaatlichten-Holding lediglich informiert, "dass ÖIAG-Dividenden an den Bund in das Projekt geflossen sind" - das heißt, auf indirektem Weg seien sehr wohl öffentliche Gelder an die Aktion gegangen.

146 Plakate noch zu sehen

Jedenfalls: Nachdem beide KünstlerInnen je zwei Werke zurückziehen, verbleiben noch 146 Plakate von 73 KünstlerInnen aus ganz Europa. Diese werden wie geplant bis 30. Jänner in Wien und von 24. bis 30. Jänner in Salzburg zu sehen sein. (APA)