Santiago de Chile - Der chilenische Ex-Diktator Augusto Pinochet ist am Mittwoch zum ersten Mal für die Polizeiakten erfasst worden. Beamte nahmen Fingerabdrücke des 90-Jährigen in dessen Residenz, wo er seit Ende November unter Hausarrest steht. Außerdem wurde der Ex-Diktator, der sich wegen Menschenrechtsverletzungen vor Gericht verantworten soll, für die Gerichtsakten fotografiert.

Pinochet soll wegen der so genannten Operation Colombo der Prozess gemacht werden, im Zuge derer 1975 insgesamt 119 Mitglieder der Bewegung der revolutionären Linken (MIR) getötet wurden. Der 90-Jährige, der Chile von 1973 bis 1990 mit harter Hand regierte, steht deshalb seit dem 23. November unter Hausarrest.

Am Dienstag hatte der Oberste Gerichtshof den Antrag von Pinochets Anwälten abgelehnt, ihn aus dem Hausarrest zu entlassen und das Verfahren einzustellen. Die Anwälte argumentierten mit dem schlechten Gesundheitszustand ihres Mandanten. Insgesamt wurden während Pinochets Herrschaft mehr als 3000 Menschen getötet oder verschleppt. (APA)