Wien - Mehr als zwei Drittel aller Handelsangestellten sind Frauen, mehr als 30 Prozent von ihnen arbeiten Teilzeit. Sie erhoffen sich davon Erleichterungen in der Vereinbarkeit von Job und Familienpflichten. In der Praxis aber bedeutet Teilzeit mehr und mehr flexible Arbeitszeitformen, geringfügige Beschäftigung bis hin zur KAPOVAZ (kapazitätsorientierte variable Arbeitszeit, also Arbeit auf Abruf) - ein oft unüberwindliches Handicap bei der Suche nach einem Kinderbetreuungsplatz. Teilzeitarbeit war immer schon eine Frauendomäne, 80 bis 85 Prozent der entsprechenden Arbeitsplätze waren und sind von Frauen besetzt. Früher lagen dieser Entscheidung Familienpflichten zugrunde bzw. der Wunsch oder auch die Notwendigkeit "etwas dazu zu verdienen". In den letzten Jahren aber sind Frauen mehr und mehr auf Teilzeitjobs angewiesen, weil der Arbeitsmarkt auf Flexibilisierung setzt. Abgesehen davon, dass eine Teilzeitarbeit kaum das Auskommen sichert und viele Frauen daher mehrere Verpflichtungen annehmen müssen, sind die unüblichen Arbeitszeiten mit den Öffnungszeiten von Kindergärten oft nicht in Einklang zu bringen. (APA)