Nicht genug damit, dass wackere Deutschkärntner seit Jahrzehnten unter dem slowenischem Ortstafelterror schmachten müssen - nun ist ihnen auch noch ein österreichisches Höchstgericht in den Rücken gefallen und fordert - wieder einmal, als ob das völkische Ignorieren des Staatsvertrages nicht reichen müsste - die Aufstellung zweisprachiger Tafeln in allen Orten, in denen slowenische Verfassungsextremisten am Lenkrad den Gorbach rauslassen, um ihren titokommunistischen Partisanenkampf auf dem Umweg über die Gendarmerie bis in den Verfassungsgerichtshof zu tragen.

Um nicht mehr oder weniger geht es in diesen Tagen, wie der aktuellen Ausgabe des Mitteilungsblattes des Heimatdienstes - Das patriotische Signal aus Kärnten - zu entnehmen ist.

Da gibt es nämlich nach wie vor die ungebrochene Heroisierung eben jenes titokommunistischen Partisanenkampfes, und statt Vertrauen mit einer kritischen Aufarbeitung der Kärntner Nachkriegsgeschichte zu schaffen, wie das Jahr für Jahr auf dem Ulrichsberg anständige SS-Kämpfer für ein freies und demokratisches Österreich leisten, wird mit dem ungebrochenen Festhalten an der kommunistischen Partisanenheroisierung weiter Misstrauen in Kärnten gesät.

Wen wundert 's da, dass die Kirche sich dieser Partisanenheroisierung anschließt und das Leiden der deutschbetenden Bevölkerung noch vergrößert. Noch immer gibt es Pfarren mit mehrheitlich deutschsprachiger Bevölkerung, in denen es keinen deutschen, oft nicht einmal einen zweisprachigen Gottesdienst gibt. Diese werden offenbar von masochistischen Seelenhirten geleitet, denn dass die hiefür verantwortlichen Geistlichen mit ihrem Verhalten in der Mehrheitsbevölkerung böses Blut schaffen und damit sowohl ihrer eigenen slowenischen Volksgruppe als auch der Kirche insgesamt Schaden zufügen, wird zumeist nicht bedacht oder sogar bewusst in Kauf genommen.

Als besonders intransigent enthüllt "Das patriotische Signal" den Dechant des Dekanats Bleiburg, Ivan Olip, der sich nicht bereit erklärte, auf die Wünsche der anwesenden deutschsprachigen Gläubigen auch nur einzugehen. Dennoch, so heißt es weiter, fühlt sich Dechant Olip paradoxerweise als Slowene in Kärnten verfolgt, ein Paradoxon, das zeigt, dass er entweder an akutem Titokommunismus oder an heimatdienstlicher Paranoia leiden muss. In einem "profil"-Interview klagte er wörtlich: "Was man den Slowenen antut, finde ich einfach zum Kotzen." Aber das auf Deutsch.

Es wäre daher hoch an der Zeit, das Leiden der unterdrückten Mehrheit durch eine sachliche Lösung der Ortstafelfrage zu lindern. Den Deutschkärntnern das Misstrauen nehmen! bettelt der Heimatdienst geradezu flehentlich: Der zwischen dem KHD und zwei Kärntner Slowenenorganisationen gefundene Konsens schafft alle Voraussetzungen für eine dauerhafte, von der Mehrheit wie der Minderheit akzeptierten Lösung. Das soll aber kein Anlass zu Misstrauen gegen den KHD sein, denn die Realisierung scheitert vorerst noch an der Sturheit der Totalverweigerer auf der einen Seite, auf die man sich im Ernstfall verlassen kann, und der Kämpfer für ein slowenisches Südkärnten auf der anderen Seite.

Kernstück des erzielten Konsenses ist die Schaffung eines Klimas des Vertrauens, das natürlich durch die Einmischung des Verfassungsgerichtshofes wieder schwer gestört wurde. Das macht aber nichts, denn schon vorher wusste der Heimatdienst: Einem großen Teil der Mehrheitsbevölkerung in Südkärnten fehlt der Glaube, dass es auf slowenischer Seite ein ernsthaftes Bemühen um eine Klimaverbesserung gibt. Und es ist momentan auch noch tatsächlich schwer, diese Bedenken zu zerstreuen. Allerdings arbeitet der Heimatdienst erst ein halbes Jahrhundert daran.

Seit Kurzem geradezu unter Hochdruck. Bewegte Monate liegen hinter uns, denn noch nie zuvor war eine derart umfassende Neuorientierung notwendig. Dies insbesondere in der hochsensiblen Ortstafelfrage, berichtet der KHD-Obmannstellvertreter unter dem Titel Keine Berührungsängste. Auch wenn es einigen Wenigen wegen ihrer eigenen Lebenserfahrung, die wir sehr ernst nehmen - hübsche Umschreibung einer tausendjährigen Gesinnung -, noch schwer fällt, dies zu verstehen, können wir froh sein, gemeinsam diesen Schritt getan zu haben, in den der Verfassungsgerichtshof den neu Orientierten gerade noch rechtzeitig gefallen ist.

Die umfassende Neuorientierung soll offenbar weniger einer Ortstafellösung dienen als die politische Stubenreinheit des Heimatdienstes vortäuschen. Was vor kurzem noch für unmöglich erschien, ist jetzt erfreuliche Realität. Denn wenn in den Schulen dem KHD nichts mehr Radikales nachgesagt, sondern Achtung ausgesprochen wird, ist dies wohl ein entscheidender Schritt in die richtige Richtung. Egal, ob einige Wenige mit ihrer eigenen Lebenserfahrung diese Kärntner List verstehen, Hauptsache: Vom höchsten Repräsentanten des Staates über die Medien bis hin zu Jugendlichen, niemand hat mehr Berührungsängste. Höchstens diese Slowenen. (DER STANDARD; Printausgabe, 31.12.2005/1.1.2006)