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Latour übernimmt das Kommando.

Foto: APA/AP/Bella
Köln - Der Schweizer Hanspeter Latour ist neuer Cheftrainer beim 1. FC Köln. Wie der deutsche Fußball-Bundesligist am Dienstag mitteilte, erhält der 58-Jährige einen Vertrag bis 30. Juni 2007. Der bisherige Coach von Rekordmeister Grasshoppers Zürich tritt beim abstiegsgefährdeten Aufsteiger Köln die Nachfolge des am 18. Dezember beurlaubten Uwe Rapolder an. Als Anwärter auf den Posten hatte bis zuletzt auch GAK-Trainer Walter Schachner gegolten.

"Ich gehe mit großer Begeisterung an die Aufgabe und ich freue mich auf die Bundesliga", sagte Latour bei seiner Präsentation. "Auch, wenn er den Namen noch nicht hat, er wird sich einen machen. Ich bin von der Wahl hundertprozentig überzeugt", erklärte Kölns neuer Manager Michael Meier, nach seiner ersten wichtigen Amtshandlung. Latour ist der zweite Schweizer auf dem Kölner Schleudersitz, in der Saison 2003/04 hatte sein Landsmann Marcel Koller die Geißböcke in die zweite Liga geführt. Viel ist über Latour nicht bekannt, er gilt jedoch als zielstrebiger und gewissenhafter Arbeiter: "Ich weiß, was es braucht, um vorne dabei zu sein", wurde Latour im Boulevard-Blatt Blick zitiert.

Die große Frage ist nun, ob sich der international unerfahrene Schweizer im Kölner Haifischbecken behaupten wird können - bisher hat er nur in seiner Heimat bei Grasshoppers, dem FC Thun, Wil und Solothurn gearbeitet. In Basel war er Assistent von Trainer Christian Gross. Er genießt in der Schweiz einen guten Ruf. Latour war in seiner aktiven Zeit Goalie bei Thun und den Berner Young Boys.

Die kriselnden Grasshoppers führte er im vergangenen Frühjahr immerhin auf einen UEFA-Cup-Platz, derzeit liegen die Zürcher auf Platz drei. Lob für den Neuen kommt unter anderem von Ottmar Hitzfeld, der die Szene in der Schweiz gut kennt und von Meier im Vorfeld der Verpflichtung kontaktiert worden war: "Er ist ein absoluter Leadertyp mit vielen menschlichen Qualitäten. Vom Typ her ist er ein demokrati¬scher Diktator, ähnlich wie Otto Rehhagel. Aber er ist auch kritikfähig. Er ist kein Schönredner, er ist ein Mann von Format. Und er ist ein kommunikativer Typ." 1991 war Hitzfeld selbst vom damaligen BVB-Manager von den Grasshoppers als Trainer nach Dortmund geholt worden.

Die Kölner hatten sich bei der Suche nach einem neuen Betreuer zunächst von Ralf Rangnick und Matthias Sammer Absagen eingehandelt. (red)