Wien - 2005 sind in Österreich bei 707 tödlichen Verkehrsunfällen 764 Menschen ums Leben gekommen. Das sind 13 Prozent (minus 114) weniger Tote als im Jahr zuvor - laut Innenministerium "die bisher absolut niedrigste Zahl seit Beginn der Aufzeichnungen" vor 55 Jahren. Sogar im Jahr 1951 wurde mit 777 Verkehrstoten eine höhere Anzahl registriert. Noch nie verunglückten so wenige Fußgänger und Radfahrer.

Gegenüber dem "schwarzen" Jahr 1972 mit 2.948 Toten ist die Opferzahl um fast drei Viertel gesunken, obwohl der Fahrzeugbestand um mehr als das Doppelte gestiegen ist. 1999 gab es noch 1.079 Tote, der Rückgang seit damals beträgt 29,2 Prozent.

Effizienz

Innenministerin Liese Prokop (V) sprach von einem Beweis für die Effizienz der Kontrollen: "Die Überwachung des Verkehrs wird mit allen personellen und technischen Ressourcen fortgesetzt, beim Alkohol erwarte ich mir durch die neuen Schnelltestgeräte sogar eine Erhöhung der Kontrolldichte. Erstmals weniger als 800 Verkehrstote zu haben, bedeutet zwar noch immer viel Trauer und Leid für die Betroffenen, zeigt aber im Vergleich, dass wir auf dem richtigen Weg sind", so Prokop.

Jugendliche (18 bis 26 Jahre) und hier vor allem männliche Pkw-Lenker sind für gut ein Viertel (26,6 Prozent) aller tödlichen Unfälle verantwortlich. Das Risiko junger Lenker ist, bezogen auf den Bevölkerungsanteil (nur halb so groß wie der der über 60-Jährigen), nach wie vor hoch: Ältere Menschen (ab 60) verursachen zu 18,4 Prozent tödliche Unfälle.

Nach Bundesländern gab es nur in Oberösterreich (plus zwölf Tote) und im Burgenland (plus zwei) mehr Opfer. Kärnten, Niederösterreich, Salzburg, Steiermark und Tirol erreichten die bisher geringste Zahl an Verkehrsopfer seit 40 Jahren.

Unter den Toten des Jahres 2005 waren 432 Pkw- und 31 Lkw-Insassen, 99 Motorradfahrer, zwei Autobuspassagiere, 35 Mopedlenker, 45 Radfahrer, und 98 Fußgänger. 26 Kinder (0 bis 14 Jahre) starben. Der schwerste Unfall ereignete sich am 22. September in Niederösterreich auf der A 1 (Westautobahn): Bei Loosdorf kamen fünf Rumänen in ihrem Auto ums Leben.

Es gab mehr Todesfälle bei Microcar-Insassen (ein Anstieg von fünf auf neun Opfer). Bei allen anderen Fahrzeugkategorien wurden Rückgänge registriert, nur die Anzahl der tödlich verunglückten Motorradfahrer (plus ein Opfer auf 99) ist gegenüber 2004 fast gleich geblieben.

Am häufigsten gehen Unfälle auf zu hohes Tempo (35,9 Prozent) zurück. Darauf folgen Vorrangverletzungen (15,7 Prozent), Überholen (8,5 Prozent), Unachtsamkeit/Ablenkung (7,2 Prozent), Fehlverhalten von Fußgängern (6,8 Prozent) und Übermüdung (4,8 Prozent). Alkohol als (Mit-)Ursache ist von sieben auf auf 5,4 Prozent gesunken.

Geisterfahrerunfälle kosteten acht Menschen das Leben (2004: 1; 2003: 3) - zuletzt waren es 2000 mit sieben ähnlich viele. Acht Menschen starben in Straßentunneln. Nach Straßenkategorien gab es am meisten Tote auf Bundesstraßen (305). Den deutlichsten Rückgang wiesen Autobahnen auf (94 Tote, erstmals unter 100.) (APA)