Ernüchterung machte sich am Morgen des Neujahrstages breit.

Barbara Retts neuer sonn- und feiertäglicher "Streifzug Kultur", der die alte "Matinee" ablöst und auch "tipp - Die Kulturwoche" ersetzt und somit eine der letzten wertvollen Eigenproduktionen des ORF auffrisst, wurde erstmals gesendet.

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Der größte Wahnsinn kam zuerst.

Die Provinzdoku "Magischer Winter" war ungefähr das, was in der Agrarinformationssendung "Land und Leute" als letzter Beitrag gebracht wird, um die Sendung aufzulockern. Total engagierte Kulturberichterstattung.

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Dann die Überraschung:

Der große Rest als Hinführung zum Neujahrskonzert, zuerst - besonders aufwändig - ein Zusammenschnitt alter Neujahrskonzert-Ballette. Dann, das Porträt des Dirigenten Mariss Jansons mit aktuellem Interview, geführt im Hochsommer. Schließlich ein Konzertauftakt, in dem man sieht, wie aufwändig alles ist.

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Das war nicht einmal ein Fehlstart, das war gar kein Start.

Das war billig. Hoffentlich war das die Ausnahme. Hoffentlich haben die gedacht, am ersten Jänner in der Früh sieht keiner fern, da ist es egal, was läuft. Beim nächsten Mal wird bestimmt alles besser. Die kommenden Ausgaben werden ohne altbackene, seichte Schnarchdokus auskommen.
Und Barbara Rett. Ja, sie moderiert, sagt an, was als Nächstes kommt. Sie will wohl nicht, dass man sie aus dem Gedächtnis verliert.
Trauer. Ich trauere um "tipp - Die Kulturwoche". (pum/DER STANDARD, Printausgabe, 2.1.2006)

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