Cochlea ist kein Firmenname, sondern die medizinische Bezeichnung für die Gehörschnecke.

Ein Cochlea-Implantat (CI) soll tauben oder schwerhörigen Menschen das Gehör ersetzen. Es besteht aus mehreren Teilen und stellt eigentlich ein ganzes Cochlea-System dar: die hinter dem Ohr getragenen "Außenteile" und die Implantate, die chirurgisch in den Kopf eingesetzt werden.

Außen befinden das Mikrofon, der Sprachprozessor, der die Worte des Gegenübers in geeignete Signale verwandelt, und eine Sendespule, die diese weiterleitet. Die Energie für alle Arbeitsvorgänge liefert eine ebenfalls außen befindliche Batterie.

"Innen", direkt unter der Kopfhaut, befindet sich die Empfangsspule für die eingehenden Hochfrequenzsignale. Diese werden von dort in die in die Cochlea implantierten Elektroden geleitet, die den Hörnerv stimulieren. Voraussetzung für einen Höreindruck ist aber das Vorhandensein von erregbaren Neuronen in der Cochlea.

In der Art und Weise, wie die akustischen Signale außen umgewandelt werden und innen die Stimulation erzielt wird, unterscheiden sich die CI der verschiedenen Anbieter voneinander. So kann etwa die Stimulation parallel durch zwei oder mehr Elektroden gleichzeitig geschehen oder sequenziell, das heißt nacheinander. Wie CI-Träger hören, ist für "Normalhörer" kaum nachzuempfinden. Sicher ist nur, dass es ein ganz anders Hören ist und dass es einige Zeit dauert, bis sich das Gehirn daran gewöhnt hat, die nun eingehenden Reize "richtig" zu verarbeiten. (hoco/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2. 1. 2006)