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Hummel auf Echinacea-Blüte - zumindest hier haben beide Seiten einen Nutzen

Foto: APA/dpa
Frankfurt/Main - Das Naturheilmittel Echinacea bleibt in der Kritik: Angebliche Vorteile wie die verkürzte Dauer einer Erkältung oder verringerte Symptome - weniger Schnupfen und Husten, Kopf- und Halsschmerzen - seien in methodisch einwandfreien Studien gegenüber einem Scheinmedikament nicht nachweisbar, berichtete das Magazin "Öko-Test" am Montag.

Wirkungslos

Zu solchen Ergebnissen - Prophylaxe mit Echinacea-Extrakten hat keinen signifikanten Effekt auf Rhinovirus-Infektionen und auch in der Behandlung keine Auswirkung auf den Verlauf der Erkrankung - waren zuvor schon amerikanische und steirische Experten gekommen. Die Wissenschafter veröffentlichen damals ihre Ergebnisse in der international renommiertesten Medizin-Fachzeitschrift, im New England Journal of Medicine (28. Juli).

Wer mit dem aus dem Sonnenhut gewonnenen Echinacea bisher gute Erfahrung gemacht habe, könne es aber weiter verwenden: Nicht nur in der Naturmedizin sei der Glaube an die Wirksamkeit eines Medikaments für die Heilung wichtig, meinen die deutschen Konsumentenschützer.

Sinnlose Säfte

Beim Vorbeugen gegen Erkältungen mit Vitaminen räumte "Öko-Test" mit einer weiteren Illusion auf: Die meisten industriell hergestellten Säfte mit den Vitaminen A,C und E schaden demnach mehr als sie nützen. In einer Untersuchung von 30 ACE-Drinks erwies sich als besonders problematisch, dass viele Hersteller künstliches Betacarotin in ihre Säfte mischen, oft sogar mehr, als es das deutsche Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR) empfiehlt. Bereits in geringen Dosen führte das synthetische Vitamin zu erhöhten Lungenkrebsraten bei Rauchern und zu erhöhter Sterblichkeit bei Herzkranken. Weitere Kritikpunkte der Untersuchung waren unter anderem problematische Farb- oder Konservierungsstoffe. (APA/AFP)