Fondsanleger blicken auf ein höchst erfreuliches Jahr 2005 zurück: Nur 1,5 Prozent aller 8.273 per Ende 2005 in Österreich, Deutschland oder der Schweiz zum Vertrieb zugelassenen Fonds weisen im letzten Kalenderjahr ein Minus auf. Im Schnitt legten die Fonds um 18,4 Prozent im Jahresabstand zu.

Der beste Fonds des Jahres 2005, der dit-Korea, erzielte eine Performance von 111,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahressieger - der ESPA Stock Vienna erzielte 2004 rund 65 Prozent - nahezu eine Verdoppelung. Vor dem Hintergrund der generellen Marktentwicklung - der MSCI World gewann 2005 knapp 27 Prozent - eine stolze Leistung.

Korea: Der Aufschwung geht weiter

Ganz vorne in der Fondsbilanz 2005 liegen Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Korea bzw. Russland. Unter den besten 20 Fonds finden sich vier Korea und sechs Russland Fonds. Platz eins geht 2005 an Chris Leung, Fondsmanager des dit-Korea-Fonds. Das Plus von 111,6 Prozent kam aber auch für ihn recht überraschend.

Noch im April war der Experte nach einem Plus von 24 Prozent seit Jahresbeginn vorsichtig: "Wir erwarten kurzfristig eine Konsolidierung in Korea. Weitere Kurssteigerungen sollten nur noch dann zu sehen sein, wenn der US-Zinszyklus seinen Höhepunkt erreicht hat oder sich der Ölpreis nachhaltig stabilisiert", so Leung damals gegenüber e-fundresearch.com.

Weitere Top-Korea Fonds des Jahres 2005 waren: Schroder ISF Korean Equity von Richard Firth (Platz drei, Plus 95 Prozent) und Fidelity Funds - Korea Fund (+93 Prozent) bzw. Baring Korea auf Platz 10. "Ausgelöst wurde der Bullenmarkt vor allem durch große Geldflüsse lokaler Investoren in heimische Aktienfonds", so Schroders-Fondsmanager Firth zu den Gründen.

Da aber auch das wirtschaftliche Umfeld in Korea derzeit äußerst positiv aussieht und die lokalen Geldflüsse 2006 nicht abreißen dürften, ist er auch für das kommende Jahr optimistisch: "Trotz der starken Kursgewinne ist der Aktienindex KOSPI nämlich nur mit den 10fachen Gewinnen des laufenden Jahres bewertet", analysiert der Experte.

Japan: Smaller Caps boomen weiter

Auf dem zweiten Platz findet sich mit einem Plus von 98 Prozent der Aberdeen GlobalSpectrum Japan Enterprise, der sich auf japanische Smaller Caps konzentriert. Erst vor zwei Wochen erfolgte hier die Umbenennung von Deutsche GlobalSpectrum in Aberdeen GlobalSpectrum nach dem die Deutsche Asset Management London durch die Schotten übernommen wurde.

Weitere Top-Fonds aus Japan finden sich auf Platz sieben (Melchior Japan Opportunities von Dalton Strategic Partnership), Platz 21 (JF Japan Small Cap) und Platz 28 (Goldman Sachs Japan Small Cap). Zu dem im Jahr 2004 erzielten Indexplus von 37 Prozent, kamen beim Tokio SE 2nd Section dieses Jahr übrigens weitere 71 Prozent dazu.

Trüffelsucher auf Platz vier

Platz vier geht mit 94,5 Prozent an den ZZ2 von Peter Pühringer und Christian Hirschmann. Der Fonds investiert in derivative Finanzinstrumente und ist auf Währungen spezialisiert. "Die Anlagestrategie erfolgt nach Ortung von Trüffelmärkten und Umsetzung von Alpha Strategien. Die Risiken für diesen Fonds sind aber auch als dementsprechend hoch einzustufen", so die Manager. Die gute Entwicklung der türkischen Lira und des brasilianischen Real 2005 dürfte für die Performance des Fonds ausschlaggebend gewesen sein.

Russland im Sog des Ölpreises

Platz fünf und sechs gehen an Fonds aus der Kategorie "Russische Aktien": Zusammen mit dem KB Lux Key - Russia liegt der MC Russian Market gleichauf bei +94,4 Prozent. Etwas weiter hinten folgen die Russland Fonds von Clariden (Platz 11) und ABN AMRO (Platz 12).

Dahinter reiht sich der Capital Invest Russia Stock auf Platz 15 mit einem immer noch beachtlichen Plus von 83 Prozent ein: Neben der guten Entwicklung des Ölpreises - 70 Prozent der russischen Aktien sind Ölwerte - war die bessere politische Lage im Vergleich zu 2004 für die gute Entwicklung ausschlaggebend: "Das Damoklesschwert der massiven Steuernachforderungen an Ölfirmen ist verschwunden. Außerdem ist die makro-ökonomische Lage Russlands derzeit exzellent", so Paul Severin, Bereichsleiter Aktien der Capital Invest.

Weiters seien russische Aktien trotz der Kursanstiege aufgrund der guten Gewinnentwicklung immer noch nicht teuer. Der für 2006 geplante erleichterte Zugang ausländischer Investoren in russische Aktien, werde also zumindest im ersten Halbjahr noch viel Liquidität nach Moskau lenken: "Besonders Schwergewichte wie Gazprom sollten davon profitieren", glaubt der Aktienexperte.

Obwohl Korrekturen nach solchen Kursanstiegen natürlich nicht ausgeschlossen sind, rechnet Severin für das Gesamtjahr 2006 mit einer weiterhin guten Entwicklung der russischen Börse: "Zumindest zweistellige Gewinne bei Aktien sollten schon drin sein".

Samba in Brasilien

Stark vertreten unter den besten 30 Fonds 2005 sind auch Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Lateinamerika: Auf Platz 16 liegt der WestAM Compass Latin America mit einem Plus von 81,9 Prozent. Danach folgen nahezu gleichauf der ING (L) Invest Latin America bzw. der Schroders ISF Latin American von Nicholas Morse. Getrieben wurde die Entwicklung dieser Assetklasse vor allem durch das Länderschwergewicht Brasilien: Die Börse in Sao Paulo legte 2005 um 67 Prozent zu.

Was machten die größten Fonds?

Der per Ende November bereits 20,5 Mrd. Euro schwere Fidelity Funds - European Growth erzielte 32,4 Prozent. Im Vergleich zum MSCI Europe Index mit 26,7 Prozent bedeutet dies eine Outperformance von stolzen 570 Basispunkten. Der mit 17,8 Mrd. Euro zweitgrößte Fonds Templeton Growth Fund, Inc. liegt mit einem Ertrag von 24,6 Prozent jedoch 2,2 Prozent hinter dem MSCI World Index.

Das drittgrößte Fondsportfolio, der Pioneer Funds Euro Bond, kam als Euro-Anleihenfonds naturgemäß nicht an die hohen absoluten Erträge der beiden anderen Fonds heran und erzielte ein Plus von 4,9 Prozent.

Hedgefonds als größte Verlierer

Unter den insgesamt 122 Fonds die im Kalenderjahr 2005 einen Verlust aufweisen, finden sich verstärkt Hedgefonds. Gleich acht diesbezügliche Fondstranchen finden sich unten den 20 Portfolio mit der schlechtesten Performance. Fünf davon sind Managed Futures Portfolios. Das Schlusslicht bildet der Quadriga Superfund B (-26,1 Prozent) vor dem Quadriga Superfund C (-24 Prozent).

Dabei waren die Renditen einzelner Fonds dieser Kategorie im letzten Jahr weit gestreut: Der FTC Futures Fund liegt mit einer Performance von 36,6 Prozent sogar auf Platz 742 von 8.273 Fonds. Die Vorzeichen für das nächste Jahr schätzen die Experten aber positiv ein: "Nach Jahren der Rückgänge werden die Volatilitäten an den Finanzmärkten 2006 endlich wieder ansteigen", zeigt sich Gernot Heitzinger, Geschäftsführer von SMN, überzeugt.

"Für Hedgefonds wird das im Gegensatz zu traditionelle Märkten positiv sein", so der Hedge-Experte, dessen SMN Diversified Futures Fund das Jahr trotz einem starken Finish mit einem Verlust von 2,7 Prozent abschließen musste. Auch Ulrich Baumann, Fondsmanager des Alternative Selection Dach-Hedgefonds der Volksbanken KAG ist derselben Meinung: "Nach zwei schlechten Jahren sollte 2006 sowohl absolut als auch im Vergleich zu Aktien endlich wieder ein gutes Jahr für Hedgefonds werden", glaubt er.

Hauptgrund dafür seien die erwarteten Steigerungen bei der Aktienvolatilität: "Es kann einfach nicht noch mal ein Jahr mit so engen Bandbreiten geben", gibt sich der Experte überzeugt.

Alle Daten per 30.12.2005 in Euro / Quelle: Lipper

Die gesamte Analyse (inkl. Tabelle der Top-30-Fonds) finden Sie hier.