Wie sich die Welt in dem malt, was so ein BZÖ-Sprecher aus Kärnten (Uwe Scheuch) zwischen den Ohren hat: "Minderqualifizierte Ausländer" seien das Hauptproblem im Zusammenhang mit dem neuen Rekord an Arbeitslosen.

Und was ist mit den qualifizierten jungen "Inländern", die keinen gescheiten Job kriegen? Inzwischen gibt es ja eine ganze "Generation Praktikant" – Hochschulabgänger in klassischen Fächern, die sich mit befristeten Jobs, Praktikantenstellen und Werkvertragslösungen halt so durchfretten.

Die Gebildeten wie die Minderqualifizierten kommen unter die Räder einer Entwicklung, die Wifo-Chef Aiginger so charakterisiert hat: "Österreich muss damit leben, dass für jedes Standardprodukt ein Land in der Nähe das günstigere Lohnund Produktivitätsverhältnis anbietet."

Das ist bei uns noch nicht einmal ansatzweise diskutiert, obwohl es das beherrschende politische Thema der nächsten Jahre sein wird.

Und ein Teil der Diskussion wird die Frage sein, warum die Kanzlerpartei sich und uns sechs Jahre lang in der Regierung mit der Verkörperung von Minderqualifikation in Gestalt des FPÖ/BZÖ belastet und damit wertvolle Zeit und Energie für echte Arbeitsplatzpolitik vergeudet hat. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 04.01.2006)