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"Die Leute in Süditalien sind gutmütiger und intelligenter", meinte Franca Ciampi und löste damit bei der Lega Nord Empörung aus.

Foto: REUTERS/Kamal Kishore
Rom - Ein Ausrutscher der Frau des italienischen Staatspräsidenten Carlo Azeglio Ciampi sorgt in Italien für Schlagzeilen. Zu Besuch in Neapel, wo das Paar mit Enthusiasmus begrüßt wurde, sagte Franca Ciampi am Dienstag: "Die Leute in Süditalien sind gutmütiger und intelligenter." Ihre Worte lösten empörte Reaktion der rechtspopulistischen Regierungspartei Lega Nord aus, die die Interessen der norditalienischen Wählerschaft vertreten will.

Reformenminister Roberto Calderoli, Spitzenpolitiker der Lega Nord, warf der 85-jährigen Franca Ciampi "Rassismus" vor. "Niemand darf behaupten, dass ein Teil der italienischen Bevölkerung auf Grund der geographischen Abstammung gutmütiger und intelligenter ist. Dies würde Rassismus gegenüber dem Rest der Bevölkerung bedeuten", meinte Calderoli.

Versuch der Relativierung

Nach dem Protest der Lega Nord veröffentlichte der Sprecher des Präsidenten eine Presseaussendung zur Klärung der Worte von Frau Ciampi: "Sie wollte nur die Freundlichkeit hervorheben, mit der der Präsident in Neapel sowie in allen anderen Teilen Italiens empfangen wird", sagte der Sprecher.

Die Lega Nord gab jedoch nicht nach. "Als Norditaliener bin ich beleidigt und mit mir sollten es zwei Drittel der Italiener sein", kommentierte Calderoli. Der aus dem süditalienischen Kampanien stammende Oppositionspolitiker Clemente Mastella kritisierte den Minister: "Nur die voreingenommenen Politiker der Lega Nord sehen in den spontanen Worten Franca Ciampis einen rassistischen Hintergrund." (APA)