Belgrad/Pristina - Der Leiter der UNO-Mission im Kosovo (UNMIK), Sören Jessen-Petersen, ist über die Lage der Minderheiten in der UNO-verwalteten Provinz enttäuscht. Er habe nicht das Gefühl, dass es die Kosovo-Institutionen völlig ehrlich meinten, wenn sie von ihren Bemühungen um ein multi-ethnisches Kosovo redeten, wurde der UNMIK-Chef von der in Pristina erscheinenden albanischen Tageszeitung "Koha ditore" (Mittwoch-Ausgabe) zitiert. Jessen-Petersen forderte die Provinz-Organe auf, von Worten zur Tat überzugehen. "Noch immer gibt es zu viele Aussagen, zu viele symbolische Gesten, aber zu wenig Aktion", präzisierte der UNMIK-Chef. Er verwies darauf, dass es bei der Umsetzung der demokratischen Standards in der Provinz im Juli 2005 zu einer Verlangsamung gekommen sei, die weiterhin anhalte. Alles sei in den Händen von Kosovo-Institutionen, diese müssten aufwachen, so Jessen-Petersen. Parallel zu den Verhandlungen über den künftigen Status des Kosovo, die vom UNO-Chefverhandler Martti Ahtisaari seit Ende November geführt werden, müssen im Kosovo unter Leitung des UNMIK-Chefs die demokratischen Standards voll umgesetzt werden. (APA)