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Washington - "Explosionen statt Injektionen" verspricht eine Entwicklung von Chemikern der Universität Gent und der Universite Catholique de Louvain (Belgien). Die Wissenschafter kreierten Mikrokapseln, die gleichsam vorprogrammiert werden können und nach einer gewünschten Zeit platzen. So könnten etwa im menschlichen Körper in bestimmten Abständen automatisch Wirkstoffe und Medikamente freigesetzt werden. Das berichtet die American Chemical Society in ihrer Zeitschrift "Biomacromolecules".

Die Kapseln sind so klein, dass sie problemlos mit einer herkömmlichen Injektion verabreicht werden können. Sie bestehen aus einem Gel-Kern und einer aus Fetten aufgebauten Membran. Das Gel ist so gestaltet, dass es sich langsam abbaut. Dadurch entsteht im Inneren zunehmender Druck, der schließlich die Membran zu platzen bringt. Eingebaute Wirkstoffe werden dann frei.

Laut den Wissenschafter könnten die Mikrokapseln so gesteuert werden, dass sie über Wochen und sogar Monate erhalten bleiben und erst dann explodieren. Ärzte könnten so Patienten mit einer einmaligen Injektion über lange Zeit mit Medikamenten versorgen. Auch für Impfstoffe, die bisher in mehreren Teilimpfungen verabreicht werden, sei die Mikrokapsel-Methode denkbar. (APA)