Geht es nach dem deutschen Sozialdemokraten Hans-Peter Bartels, dann wird Deutschland die 68 Eurofighter aus der Tranche 3 des mit 180 Fliegern für die deutsche Luftwaffe fixierten Pakets wieder abbestellen. Es geht – noch – nicht nach ihm: Rasch hat das deutsche Verteidigungsministerium die SPD-Überlegungen als gegenstandslos bezeichnet. Für die Stimmung rund um den Eurofighter ist Bartels Vorstoß aber bezeichnend.

Er reiht sich in eine Serie von kritischen Stellungnahmen, die auch vom EF-Partner Großbritannien kommen, der ebenfalls sparen will.

Österreichische Gegner des 2003 abgeschlossenen Kaufvertrags über 18 Eurofighter nehmen die deutschen Pläne zur Reduktion der Kampfflugzeugflotte gerne als Beleg dafür, dass das Projekt zu scheitern drohe. Dabei wird übersehen, dass der Eurofighter unter anderem Namen durchaus Furore macht.

International als Typhoon vermarktet, wurde er zuletzt Saudi-Arabien angeboten – dort wurden gleich 48 Stück geordert, das Rahmenprogramm sieht sogar 72 Flugzeuge für die derzeit von britischen und US-Maschinen dominierte Luftflotte vor.

Ob Eurofighter/Typhoon rasch weitere Exportkunden findet, hängt unter anderem davon ab, ob die USA ihr Joint- Strike-Fighter-(JSF)-Projekt in vollem Umfang weiterführen – sollte das nicht der Fall sein, würde das (bereits dokumentierte) Interesse Dänemarks, Norwegens und der Türkei am Typhoon steigen, meint Georg Mader, Militärluftfahrtexperte von Jane's Defence. Schon der Saudi-Auftrag dürfte eine Ausweitung der Produktion bedingen, denn die Flieger sollen rasch geliefert werden.

Offen ist, ob die Schweiz ihre amerikanischen F-5 mit europäischem Gerät ersetzt. (DER STANDARD, Conrad Seidl, Printausgabe, 5.1.2006)