Belgrad/Banja Luka/Sarajevo - Der Versuch von Soldaten der EU-Truppen in Bosnien-Herzegowina (EUFOR), einen mutmaßlichen Kriegsverbrecher festzunehmen, hat am Donnerstag ein Todesopfer und zwei Verletzte gefordert. Laut bosnisch-serbischem Innenministerium kam es gegen 9.30 Uhr in Basic Kula bei Rogatica (Ostbosnien) beim Versuch, den bosnischen Serben Dragomir Abazovic festzunehmen, zu einer Schießerei. Dabei wurde seine Frau Rada getötet.

Verdächtiger und dessen Sohn verletzt

Nach Angaben des Polizeisprechers Radovan Pejic wurden Abazovic selbst und sein elfjähriger Sohn Dragoljub verwundet. Einem EUFOR-Sprecher zufolge fügte sich Abazovic die Wunden allerdings selbst zu. Er wurde mit Kopfverletzungen ins Krankenhaus in Foca nahe der Staatsgrenze zu Serbien eingeliefert. Gegen Abazovic war vor dem Kantonalgericht in Sarajevo Anklage wegen Kriegsverbrechen während des Bosnien-Krieges 1992-1995 erhoben worden.

Der Leiter des Krankenhauses, Veljko Maric, erklärte, dass Rada Abazovic noch vor einem chirurgischem Eingriff gestorben sei. An Sohn Dragoljub, der mit Schussverletzungen in der Bauchregion ins Krankenhaus eingeliefert wurde, sei ein chirurgischer Eingriff vorgenommen worden. Er befinde sich in der Intensivstation, wurde der Arzt von der Belgrader Presseagentur Fonet zitiert.

Die serbisch-montenegrinische Presseagentur Tanjug hatte zuvor unter Berufung auf gut unterrichtete Kreise irrtümlich gemeldet, dass Dragoljub Abazovic bei der Schießerei ums Leben gekommen sei, während seine Gattin und Sohn mit Verwundungen ins Krankenhaus eingeliefert worden seien. (APA)