Salzburg - Mordalarm gab es am Donnerstagabend in der Stadt Hallein: In der Bettzeuglade einer Ausziehcouch in der Wohnung eines 50-jährigen Mannes entdeckte die Polizei eine zahllose Messerstiche aufweisende Leiche - höchstwahrscheinlich die des Wohnungsinhabers. Bereits wenige Stunden später wurde in Salzburg der mutmaßliche Täter, ein 35-jähriger Österreicher, festgenommen. Dieser bestritt alle Vorwürfe.

Täter inhaftiert

Die Bluttat hatte sich bereits am Donnerstagvormittag ereignet, sagte der Leiter des Landeskriminalamtes Salzburg, Albert Struber, gegenüber der APA. Der 35-Jährige hatte die beiden Nächte davor in der Wohnung in Hallein übernachtet. Der Wohnungsinhaber stand in Verbindung zur Obdachlosenszene und wurde vom Salzburger Hilfswerk betreut. Eine Mitarbeiterin des Hilfswerkes war es auch, die gestern Abend die Wohnung offen vorfand und die Polizei verständigte.

Die Beamten entdeckten in der Bettzeuglade die Leiche, die laut Struber sehr arg "zugerichtet" worden war. Deshalb sei die Identität erst anhand der Fingerabdrücke eindeutig zu klären, das sollte im Lauf des Nachmittages erfolgen.

Auf Motivsuche

Auch bei der Suche nach einem möglichen Motiv tappten die Kriminalisten am frühen Freitagnachmittag noch weitgehend im Dunkeln. Der Verdächtige zeigte sich bei der Vernehmung ausgesprochen wortkarg, so Struber. Er sei auch nicht geständig. Der Mann hatte aber zwei Messer bei sich, von denen eines die Tatwaffe sein könnte. Die Ermittlungen in der Nachbarschaft des Tatortes brachten keine Erkenntnisse, beispielsweise ob es Streit in der Wohnung gegeben hatte.

Der 35-Jährige hatte selbst viel dazu beigetragen, dass die Polizei auf ihn aufmerksam wurde. So ließ er sich am Donnerstag - vermutlich nach der Tat - mit einem Taxi in die Landeshauptstadt fahren. Dort konnte er den Fahrpreis nicht bezahlen. Er bedrohte die Lenkerin mit einem Messer und sagte, dass er nichts bezahlen, sie aber "abstechen" werde. Dann floh er. Die Taxlerin erstattete Anzeige, woraufhin das Landesgericht bereits einen Haftbefehl gegen den Mann erließ.

Verdächtiger bedrohte Ex-Freundin

Kurz vor 18.00 Uhr machte dann auch noch die Ex-Freundin des Tatverdächtigen eine Anzeige. Der 35-Jährige habe sie in den vorangegangenen Tagen mehrmals angerufen und gedroht, sie umzubringen. Auch einem Freund gegenüber sagte er, dass er sich eine Pistole besorgen und die Ex-Freundin erschießen werde. Kurz nach Mitternacht konnte die Polizei den Verdächtigen schließlich in der Stadt Salzburg festnehmen.

Neue Erkenntnisse erwarteten sich die Kriminalisten vom Ergebnis der Obduktion. Dieses sollte am Nachmittag vorliegen und um 16.00 Uhr bei einem Pressegespräch bekannt gegeben werden. (APA)