London/Wien - Kritik an der boomenden Magnet-Therapie übten US-amerikanische Wissenschafter in der jüngsten Ausgabe des British Medical Journal (BMJ). Eine heilende Wirkung von magnetischen Armreifen, Einlegesohlen, Knöchel- und Kniebändern bis hin zu Polstern und Matratzen sei wissenschaftlich nicht nachgewiesen, so Leonard Finegold von der Drexel University (Philadelphia) und Bruce Flamm vom Kaiser Permanente Medical Center in Riverside.

Wenn es eine Wirkung gebe, dann sei sie sehr gering, so die Experten weiter. Viele Studien müssten schon deshalb angezweifelt werden, da Magnetismus vor Probanden schwer verborgen werden könne. Dies sei für so genannte Blindstudien aber eine wichtige Voraussetzung. Außerdem scheine die Magnet-Therapie auch aus theoretischer Sicht "unrealistisch".

Für besonders bedenklich erachten es die Professoren, dass Geräte zur Magnet-Therapie sehr oft zur Eigenbehandlung angeboten werden. Es gebe eine aufwändige Werbung und praktisch keine Verkaufsbeschränkungen - wie etwa für Medikamente. Selbstbehandlung könnte dazu führen, dass tatsächliche Krankheiten unbehandelt bleiben. Die Wissenschafter raten, das Geld für die teils sehr teuren Geräte besser für seriöse medizinische Behandlungen von Beschwerden auszugeben. Laut Schätzungen wird jährlich rund eine Milliarde Dollar (828 Millionen Euro) für Magnet-Therapie-Geräte ausgegeben.(APA)