Detroit - Wenige Tage vor Start der Detroit Auto Show 2006 (Publikumstage: 14. bis 22. Jänner) haben zwei der drei großen US-Automobilkonzerne wenig Grund zum Feiern: General Motors (GM) und Ford befinden sich in dramatischer Schieflage, manche Analysten sprechen bereits von existenzieller Krise. Heben wird die Stimmung auch nicht gerade, dass Toyota wohl schon heuer auf der Verkaufsfront zum größten Autohersteller der Welt aufrücken wird und damit GM nach 74 Jahren an der Spitze das diesbezügliche Dauerabo aus der Hand nehmen wird.

Nach wie vor ist der US-Markt mit jährlich rund 17 Millionen Neuzulassungen vor der EU (rund 15 Mio.) größter Automarkt der Welt. Schlecht gelaufen für die "großen drei": Ihr Marktanteil sank 2005 auf 56,9 Prozent und damit auf den bisher tiefsten Stand überhaupt. Im Jahr davor waren es noch 61,7 Prozent, Prognose für heuer: knapp über 50 Prozent. Von der Schwäche von GM und Ford profitieren vor allem die Asiaten, deren Marktanteil von 34,6 auf 36,5 Prozent stieg. Außer VW konnten aber auch die Deutschen teilweise deutlich zulegen.

Chrysler-Group rüstet auf

Gegen den Trend der US-Konkurrenz entwickeln sich die US-Firmen von DaimlerChrysler (Chrysler, Dodge, Jeep) durchwegs positiv, die harten Restrukturierungsmaßnahmen der vergangenen Jahre und eine frische Modellpalette zeigen Wirkung. So hat die Chrysler-Group bereits angekündigt, die Kapazitäten deutlich auszuweiten. "Nach der Aufrüstung unserer Fabriken werden wir eine jährliche Produktionskapazität von 3,5 bis vier Millionen Fahrzeugen haben", sagte der neue Chrysler-Chef Tom LaSorda. 2005 seien rund 2,8 Mio. Autos der Marken Chrysler, Dodge und Jeep von den Fließbändern gerollt. 90 Prozent davon werden in Nordamerika verkauft.

Entsprechend diesem Stimmungsbild steht die Detroit Auto Show zwischen Krise, Spaß und Sparen: SUV-Giganten sind wegen hoher Spritpreise eher out, kleinere, kompakte Autos im Trend, wobei weiterhin Crossover (also dem Vermengen der Vorzüge verschiedener Fahrzeuggattungen) eine große Zukunft beschieden wird. Auf der technischen Seite beherrscht Hybrid weiter die Schlagzeilen, aber auch Diesel kommt ganz langsam in Mode. (stock, dpa, AP, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7./8.1.2006)