Bregenz - Beim Absturz eines Hubschraubers der Vorarlberger Firma Wucher ist am Freitagmittag in Niederbayern der Pilot schwer verletzt worden. Der Mann wird nach Angaben von Wucher derzeit in einem Krankenhaus operiert. Das Fluggerät hatte gegen 12.30 Uhr offenbar einen Baum gestreift und war dann aus geringer Höhe abgestürzt. Am Hubschrauber des Typs "Lama" entstand Totalschaden.

Der Pilot hatte am Freitag mit einer am Hubschrauber montierten Kettensäge Bäume gestutzt, deren Äste in Bahnstrecken ragten. Zum Zeitpunkt des Unfalls sei die Kettensäge aber nicht mehr am Hubschrauber montiert gewesen, sagte Wucher-Sprecher Dieter Heidegger. Er dementierte damit Spekulationen, dass sich das Gerät verhakt haben und damit den Absturz ausgelöst haben könnte.

Über die Unglücksursache konnte Heidegger aber noch keine Auskunft geben, ein Pilotenfehler sei nicht auszuschließen: "Vielleicht ist er einfach zu tief geflogen. Wir sind jedenfalls froh, dass unser Pilot überlebt hat." Der aus Salzburg stammende Pilot sei "sehr erfahren" und fliege auch schon "sehr lange" für das Vorarlberger Unternehmen, so Heidegger.

Unfallserie

Der Absturz ist der jüngste Fall einer ganzen Serie von Unglücksfällen des Unternehmens. Insgesamt verlor die Vorarlberger Firma in den vergangenen 20 Jahren bereits sieben Hubschrauber durch Abstürze. Zwei Piloten kamen dabei ums Leben, drei wurden schwer verletzt.

"Hubschrauber-Fliegen ist nicht Autofahren. Das ist ein heißer Job, das wissen wir alle", sagte Wucher-Sprecher Dieter Heidegger gegenüber der APA. "Im Verhältnis zu den Flugstunden" sei das Unternehmen aber "immer noch auf der guten Seite".

Im Jahr 1986 war ein Wucher-Helikopter beim Transport einer 1.500 Kilo schweren Seilbahn-Stütze für die Pitztaler Gletscherbahnen abgestürzt. Der Pilot erlag wenige Tage später im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Im Februar 1990 geriet ein Hubschrauber des Unternehmens in Nauders bei Lawinensprengungen in einen Schneewirbel und stürzte ab. Die vier Insassen kamen mit dem Schrecken davon.

Heckrotor ausgefallen

Im August des selben Jahres stürzte ein weiterer Wucher-Hubschrauber im Gemeindegebiet von Lech am Arlberg ab, nachdem der Heckrotor ausgefallen war. Dem Piloten gelang mit einem waghalsigen Manöver eine relativ glimpfliche Landung, er und ein zweiter Insasse blieben unverletzt. Am Hubschrauber entstand Totalschaden. Relativ glimpflich verlief ein Absturz ein Jahr später ebenfalls in Lech: Beim Abheben in 1.800 Meter Seehöhe war das Heck der Maschine plötzlich abgebrochen, der Pilot kam mit Rippenbrüchen davon.

Tödlich endete für den Piloten ein Absturz im Jahr 2001 im Hochschwabgebiet. Der Hubschrauber stürzte damals bei Versorgungsflügen in einen Wald ab. Auch in diesem Fall war der Heckrotor ausgefallen. Ein Pilotenfehler war schließlich die Ursache für den - bis zum heutigen - jüngsten Unfall in der Unternehmensgeschichte gewesen: Ein 28-jähriger Tiroler Pilot hatte im August 2004 im Gebiet von Partenen in Vorarlberg mit dem Hauptrotorblatt einen Hang berührt. Der Hubschrauber wurde total beschädigt, der Pilot und sein Einweiser blieben unverletzt. (APA)