Kairo - Der syrische Staatspräsident Bashar Assad hat in einem am Samstag veröffentlichten Interview Vorwürfe zurückgewiesen, er habe den im Februar bei einem Sprengstoffanschlag ermordeten früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri vor dessen Tod bedroht. Er wisse nicht, was damit gemeint sei, sagte Assad der ägyptischen Wochenzeitung "Al-Osboa". "Das Spiel ist klar. Niemand hat dem letzten Treffen zwischen mir und Hariri beigewohnt, wie können sie also solche Beschuldigungen erheben?"

Der in Frankreich lebende frühere syrische Vizepräsident Abdelhalim Khaddam hatte in einem Fernsehinterview angedeutet, Assad habe Hariri bei einem turbulent verlaufenen Treffen im August 2004 bedroht. Nach Darstellung Khaddams soll Assad Hariri gewarnt haben, dass er "jeden zerstören" werde, der Syrien in seinen Entscheidungen im Libanon zu behindern versuche. Dabei sei es um eine von Damaskus gewünschte - und schließlich auch mit Hariris Stimme im Parlament beschlossene - Verfassungsänderung gegangen, um die Amtszeit des Syrien-treuen libanesischen Staatspräsidenten Emile Lahoud zu verlängern.

In dem Interview für "Al-Osboa" beschuldigte Assad seinen früheren Stellvertreter Khaddam, schon früher an "antisyrischen Aktivitäten" beteiligt gewesen zu sein. Er, Assad, habe dies aber nie beweisen können. "Bis jetzt haben wir gewisse Details nicht." (APA/AP)