Rom - Parlamentarier der italienischen Regierungspartei Forza Italia drängen, dass der Journalistin Oriana Fallaci (75) einen Sitz im römischen Parlament als Senatorin angeboten wird. Fallaci solle als Spitzenkandidatin der Forza Italia an den Parlamentswahlen am 9. April teilnehmen, forderten die Parlamentarier.

Sie wollen Druck auf die in New York lebende Starjournalistin ausüben, damit sie die Kandidatur annehme, berichteten italienische Medien am Samstag. "Fallaci wird für unsere Werte und gegen die Intoleranz des Islams kämpfen", betonten die Parlamentarier.

Die italienische Journalistin steht in Italien vor Gericht, weil ihre islamkritischen Bücher zum "Angriff auf die Religion" angestiftet haben sollen. Die Anklage wurde von der Gemeinschaft der italienischen Moslems wegen des Verdachts auf Schmähung einer Religionsgemeinschaft erhoben, weil Fallacis Buch "Die Kraft der Vernunft" nach Ansicht des Verbands den Islam beleidigt. Man behalte sich vor, die Anzeige auch noch um die Verbreitung von Rassenhass zu erweitern, sagte ein Anwalt der Organisation.

Fallaci war jahrzehntelang als Journalistin in islamischen Ländern tätig. Schon damals sorgte sie für Schlagzeilen, etwa, als sie zu dem verdutzten iranischen Revolutionsführer Ayatollah Khomeini bei einem Interview im Jahr 1979 sagte: "Ich nehme den Tschador ab, der für mich ein dummer Lumpen aus dem Mittelalter ist."

Fallaci erlebt einen großen Erfolg als Autorin. Rund zwei Millionen Exemplare ihres Buches "Die Wut und der Stolz" (2001), das in 20 Sprachen übersetzt wurde, sind bisher verkauft worden. Seitdem sie nach den Anschlägen des 11. September 2001 ihre jahrelange Isolation durchbrach, erntet die krebskranke Fallaci mit ihren als stark islamfeindlich kritisierten Texten große Zustimmung, aber auch herbe Kritik. (APA)