haka/Neu Delhi - Die seit knapp einem Monat andauernde Kältewelle in Südasien hat inzwischen mehr als 200 Menschen das Leben gekostet. Nach Angaben von Helfern und Behörden vom Sonntag kamen am Wochenende in Bangladesch mindestens 22 Menschen ums Leben. Unter den Toten, die zumeist obdachlos waren, sind viele Kinder.

Der Leiter der Rettungskräfte in der am schwersten betroffenen Region Rangpur, Muhammad Noor, sagte, 2000 Decken seien verteilt worden, es würden aber mehr benötigt. Im Norden des Nachbarlandes Indien starben im Zusammenhang mit der Kältewelle mehr als 180 Menschen.

In Bangladeschs Hauptstadt Dhaka fielen die Temperaturen auf unter zwölf Grad und damit deutlich unter den Normalwert für diese Jahreszeit. Meteorologen sagten sinkende Temperaturen voraus. Auch Nordindien blieb fest im Griff der Kältewelle. Die indische Hauptstadt Neu Delhi erlebte am Sonntag mit nur 0,2 Grad in der Früh den kältesten Tag seit 71 Jahren, teilte das Wetteramt mit. Die Regionalregierung ordnete die Schließung aller Grundschulen bis einschließlich Mittwoch an. Im Januar 1935 war mit minus 0,6 Grad die tiefste jemals in Neu Delhi gemessene Temperatur verzeichnet worden.

Die Zahl der Todesopfer eines Lawinenunglücks in Pakistan stieg unterdessen auf 14. Rettungskräfte bargen am Samstag sieben weitere Tote aus dem Wrack des Busses, der in der Nacht zu Freitag im Nordwesten des Landes von einer Lawine erfasst worden war, berichteten pakistanische Medien. Das Unglück geschah im Distrikt Kohistan, der auch von dem verheerenden Erdbeben vom 8. Oktober betroffen ist. Schlechtes Wetter hatte die Hilfe im Erdbebengebiet in der vergangenen Woche vorübergehend stark behindert. Die Kälte kostete bereits mehrere Menschen im Katastrophengebiet das Leben. (APA/dpa)