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Mehmet Ali Agca verlässt das Gefängnis

foto: apa/epa/Kerim Okten
Istanbul - Einen Tag nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis hat der Papst-Attentäter Mehmet Ali Agca einen Meldetermin bei der türkischen Polizei verstreichen lassen. "Bisher ist er nicht bei der Polizeiwache aufgetaucht", sagte der Gouverneur von Istanbul, Muammer Güler, am Freitagabend. Sollte Agca am Montag nicht wie vereinbart zu einer medizinischen Untersuchung erscheinen, werde das Rekrutierungsbüro der türkischen Armee seine Festnahme veranlassen. Wo der 48-Jährige sich aufhalte, sei ihm nicht bekannt, sagte der Gouverneur. "Es gibt Berichte, dass er an verschiedenen Orten ist, aber man kann ihn nicht verfolgen, denn er ist jetzt ein freier Mann." Agca war am Donnerstag - fast 25 Jahre nach den Schüssen auf Papst Johannes Paul II. auf dem Petersplatz in Rom - aus dem Gefängnis in Istanbul entlassen worden. Dort hatte er seit 2000 seine Strafe für den Mord an einem türkischen Journalisten verbüßt. Zuvor war er wegen des Attentates auf den Papst 19 Jahre lang in Italien inhaftiert gewesen. Wenige Stunden nach Agcas Freilassung teilte der türkische Innenminister Cemil Cicek überraschend mit, die Freilassung überprüfen lassen zu wollen. Agca hatte Johannes Paul II. am 13. Mai 1981 in Rom niedergeschossen und lebensgefährlich verletzt. (APA)