Washington - Die palästinensische Autonomiebehörde steht nach den Worten von Chefunterhändler Saeb Erekat unmittelbar vor dem Bankrott. Die Steuereinnahmen reichten kaum mehr aus, um die Gehälter der Mitarbeiter zu bezahlen, sagte Erekat am Sonntag dem US-Nachrichtensender CNN. Erekat forderte die Geberländer auf, ihre Zusagen einzuhalten.

Erekat bestätigte einen Bericht der "New York Times", wonach die Autonomiebehörde in tiefen finanziellen Schwierigkeiten steckt. Das Blatt zitiert den für die Region zuständigen Direktor der Weltbank, Nigel Roberts, mit den Worten: "Die Autonomiebehörde kann jeden Moment außer Stande sein, die Gehälter oder operative Ausgaben zu bezahlen".

Minus von 600 Millionen Dollar

Das Blatt zitiert Finanzexperten, wonach sich die Palästinenser nicht an die zugesagte Ausgabendisziplin gehalten hätten. Das Budget von rund einer Milliarde Dollar (823 Millionen Euro) werde nahezu ausschließlich für die Bezahlung der Mitarbeiter der Autonomiebehörde verwendet. Nach bisherigen Schätzungen würden die Palästinenser 2006 mit einem Minus von 600 Millionen Dollar abschließen. (APA/dpa)