Tokio - Der japanische Prinz Tomohito hat sich gegen eine Änderung des Thronfolgerechts ausgesprochen, die auch weiblichen Mitgliedern des Kaiserhauses ein Recht auf den Chrysanthemen-Thron einräumen würde. Zuerst sollten andere Möglichkeiten ausgeschöpft werden, sagte Tomohito am Montag der Nachrichtenagentur Kyodo zufolge. So könnten beispielsweise ehemalige Angehörige der Kaiserfamilie wieder in Amt und Würden gesetzt werden, die ihren Status nach dem Zweiten Weltkrieg verloren hatten.

Wiedereinführung der Konkubinen

Tomohito hat bereits im September für Aufsehen gesorgt, als er in einem Essay vorschlug, am Hof wieder Konkubinen einzuführen. Eine ExpertInnenkommission empfahl im November, dass das erstgeborene Kind des Kaisers unabhängig vom Geschlecht den Chrysanthemen-Thron besteigen solle.

Nach einem Gesetz von 1947 ist die Thronfolge Männern vorbehalten, die väterlicherseits mit dem Kaiser verwandt sind. Allerdings ist in der Familie des amtierenden Kaisers Akihito seit 40 Jahren kein männlicher Nachfolger geboren worden. Akihitos Sohn Naruhito hat mit seiner Frau Masako eine Tochter, die dreijährige Aiko. Tomohito ist ein Cousin Akihitos und die Nummer fünf in der Thronfolge. (APA/AP)