Wien - Die österreichische EU-Ratspräsidentschaft hat die Entfernung der Siegel auf den iranischen Atomanlagen heftig kritisiert. "Die Aktivitäten der iranischen Regierung zu einem Zeitpunkt, wo die Möglichkeit der Wiederaufnahme der Verhandlungen geprüft wurde, untergraben stetig das internationale Vertrauen in den friedlichen Charakter des Nuklearprogramms und stellen für die gesamte internationale Gemeinschaft eine höchst Besorgnis erregende Entwicklung dar", hieß es in einer Aussendung des Außenministeriums vom Dienstag.

"Genaue Prüfung"

In seinen letzten Schlussfolgerungen vom Dezember 2005 sei der Europäische Rat über die Notwendigkeit übereingekommen, die diplomatischen Optionen der EU hinsichtlich des iranischen Nuklearprogramms "einer genauen Prüfung zu unterziehen und die weitere EU-Vorgangsweise von den iranischen Äußerungen und Taten abhängig zu machen". Die Europäische Union werde die jetzige Situation im Lichte eines Berichts des IAEO-Generaldirektors Mohamed ElBaradei "einer genauen Bewertung" unterziehen, hieß es in der Aussendung weiter.

Die Ratspräsidentschaft erinnerte daran, dass die Europäische Union am 7. Jänner 2006 ihrer tiefen Besorgnis über die Absichten des Iran Ausdruck verliehen habe, seine suspendierten Nuklearaktivitäten wieder aufzunehmen. Dieser Schritt "entspräche einer Missachtung zahlreicher IAEO-Resolutionen und könne die Wiederaufnahme von Verhandlungen ernstlich gefährden", habe es damals geheißen. Bisher war die Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen dem Iran und dem EU-Trio (Deutschland, Frankreich, Großbritannien) für den 18. Jänner angesetzt gewesen. (APA)