Wien - Die Sozialistische Jugend Österreich (SJÖ) prüft die Möglichkeit rechtlicher Schritte gegen den Salzburger Weihbischof Laun aufgrund seiner Aussagen im Nachrichtenmagazin Profil. Darin setzt Laun unter anderem den Schwangerschaftsabbruch von Frauen in Bezug zu den Verbrechen des Nationalsozialismus. Weiters stellt der Weihbischof Anti-Diskriminierungsgesetze für Homosexuelle in Frage.

Für Ludwig Dvorak, Vorsitzenden der SJÖ, sind Launs Aussagen auf jeden Fall zu prüfen. "Auch wenn der Weihbischof sich alle Mühe gibt, den Vergleich der NS-Verbrechen mit dem Schwangerschaftsabbruch nicht allzu offensichtlich und plump zu formulieren, so haben seine Aussagen durchaus eine eindeutige Stoßrichtung. Laun wie auch die radikalen AbtreibungsgegnerInnen von 'Pro Life' beziehen sich immer wieder auf den NS-Terror, um den Schwangerschaftsabbruch zu diffamieren."

Für Stefanie Vasold, Frauensprecherin der SJÖ, stellen Launs Aussagen eine Missachtung des Selbstbestimmungsrechtes von Frauen dar: "Die Ansichten des Bischofs reduzieren Frauen auf die biologische Funktion des Mutter-Seins. Gleichzeitig stempelt er Frauen, die eine Abtreibung vornehmen, als Mörderinnen ab. Es ist an der Zeit, dass den offenen und versteckten Vergleichen von Abtreibung und NS-Massenmord endlich ein Riegel vorgeschoben wird."

"Rechtsparanoide" Gedankenwelt

Ungeheurlich sind für Dvorak auch die übrigen Aussagen Launs im Profil-Interview. "Wenn Laun davon spricht, dass 'andere Völker einströmen' nach Europa, und in den Raum stellt, dass der Stephansdom von Moslems und AtheistInnen in einem diabolischen Bündnis entweiht wird, wirft das ein deutliches Licht auf Launs rechts-paranoide Gedankenwelt. Für Rassimus, Frauenfeindlichkeit und Homophobie darf auch unter Bischöfen kein Platz sein", so Dvorak abschließend. (red)