Wien - Die an der Wiener Börse notierte Meinl European Land hat am Montag bekräftigt, nich heuer in den Fließhandel wechseln zu wollen und eine überraschend starke Steigerung ihres Nettoanlagevermögens bekannt gegeben.

Nach MEL-Mitteilung wird der so genannte Net Asset Value (NAV) per Ende 2005 "über dem aktuellen Börsekurs von Meinl European Land" liegen. Damit hätte jede ihrer Aktien im abgelaufenen Jahr 2005 gut 25 Prozent an Wert gewonnen - trotz massiver Aktienaufstockungen im vergangenen Jahr. Zwar sei die Bewertung per 31. Dezember 2005 noch im Gange, dass das Nettoanlagevermögen höher sei als der Aktienkurs sei aber "schon heute absehbar", wurde erklärt.

Die Aussage steht in Kontrast zu Vorausberechnungen und Einschätzungen von Experten, die vor allem bei den in Wien notierenden "Osteuropa-Immobilienaktien" deutliche Aufschläge auf den Kurs sehen.

Noch in einer Mitte Dezember veröffentlichten Analyse der Raiffeisen Centrobank (RCB) wurde für den Jahreswechsel ein "Net Asset Value" von 12,62 Euro erwartet. Die gegenständliche RCB-Schätzung beruhe aber auf einer "falschen Annahme", "wir liegen beim NAV deutlich darüber" bekräftigte Francis Lustig, Sprecher des Unternehmens am Montag in einem Gespräch mit der APA.

Differenz von einem Viertel

Ende 2004 war bei der Meinl European der NAV, eine zentrale Bewertungsgröße für Immobilien-AGs, noch bei 11,91 Euro gelegen. Am Montag wurde die im Auktionssegment notierende Aktie mit 14,94 Euro gehandelt - eine Differenz von etwa einem Viertel.

"Im vergangenen Jahr hat eine umfassende Neubewertung der osteuropäischen Märkte stattgefunden", erläuterte Lustig. Zurückzuführen sei dies auf die rasch sinkenden Renditen für neue Projekte in Osteuropa ("yield compression"). Diese Entwicklung führe bei den "alten" Projekten zu einer Wertsteigerung zwischen 20 und 25 Prozent.

Eine Immobilienblase droht nach Meinung von Lustig trotz der starken Steigerungen bei Wertentwicklung und Aktienkurs nicht - und zwar weil sich die Renditen nach unten und die Mieterlöse nach oben an westeuropäisches Niveau angleichen würden.

Die Gesellschaft mit Sitz auf Jersey möchte im laufenden Jahr vom Auktionssegment in den Fließhandel wechseln, vorbereitende Handlungen dafür "wurden bereits gesetzt", sagte Lustig. (APA)