Linz - Die Oberbank hat im Jahr 2005 weiter zugelegt. Generaldirektor Franz Gasselsberger sprach am Dienstag, basierend auf vorläufigen Bilanzzahlen, vom besten Ergebnis in der Geschichte des Instituts. Der Jahresüberschuss nach Steuern erhöhte sich um 63 Prozent auf 68 (41,7) Mio. Euro. Im Mai werde man dem Aufsichtsrat die geplante Kapitalerhöhung vorschlagen, so Gasselsberger.

Als Gründe für die Zugewinne nannte der Generaldirektor die starken Marktanteilszuwächse bei Firmenkunden, die Erfolge im Ausland, das Zulegen bei den Privatkunden sowie das gute wirtschaftliche und politische Umfeld in Oberösterreich. 2005 kletterte die Zahl der Privatkunden um knapp 19.000 auf rund 250.000.

Gute Geschäfte im Ausland

Erfolgreich entwickle sich auch das Geschäft im Ausland. "Die Expansion läuft schneller und besser als erwartet", sagte der Generaldirektor. Derzeit hat die Oberbank acht Filialen in Bayern, mittelfristig sind 15 geplant. "Wir sehen ganz Bayern als unser Einzugsgebiet", betonte Gasselsberger. Auch in Tschechien ist das Institut bereits mit acht Zweigstellen vertreten, wobei "alle Standorte von Beginn an schwarze Zahlen schrieben". Den Fuß in der Tür hat die Oberbank seit Anfang 2006 in der Slowakei und Ungarn, wo zunächst das Leasing-Geschäft den Betrieb aufgenommen hat. Langfristig werde auch in diesen beiden Ländern ein Netz von Vollbank-Filialen aufgebaut.

Die Bilanzsumme stieg 2005 im Vergleich zum Jahr zuvor um acht Prozent auf 12,2 Mrd. Euro an. Das Kreditvolumen wuchs um sieben Prozent auf 7,4 Mrd. Euro. "Die stärkere Nachfrage nach Kredit- und Leasingangeboten wird sich auf Grund der besseren Rahmenbedingungen auch 2006 weiter verstärken", betonte Gasselsberger. Die betreuten Kundengelder inklusive anvertrauter Wertpapiere stiegen um acht Prozent auf 14 Mrd. Euro. Die Betriebserträge beliefen sich auf 320 Mio. Euro (plus 15 Prozent), während sich die Aufwände um neun Prozent auf 240 Mio. Euro erhöhten.

Internationale Bilanzierungsnormen

Der Überschuss vor Steuern stieg um 38 Prozent auf 79 (57,2) Mio. Euro. "Der Jahresüberschuss (vor Steuern, Anm.) entspricht dem EGT. Wegen internationaler Vergleichbarkeit gibt es aber in Zukunft kein Betriebsergebnis mehr in der Bilanz", verwies Gasselsberger auf die internationalen Bilanzierungsnormen IFRS. Die Cost-Income-Ratio - das Verhältnis von Aufwendungen zu Erträgen - liege bei 57,8 Prozent. Der Return on Equity bei 12,51 Prozent.

Für heuer plant die Oberbank sich frisches Geld vom Kapitalmarkt zu holen. "Wir werden im Mai dem Aufsichtsrat eine Kapitalerhöhung vorschlagen. Eigentlich bräuchten wir keine. Wir haben eine Milliarde Euro an Eigenmitteln, aber so etwas sollte man tun, wenn Zeit ist und nicht wenn man es notwendig hat", so Gasselsberger. Die Höhe stehe vorerst nicht fest. (APA)