Bad Mitterndorf/Tauplitz - Auf der größten Natur-Flugschanze der Welt, am Kulm bei Bad Mitterndorf/Tauplitz im steirischen Salzkammergut, gehen von Freitag bis Sonntag zum vierten Mal nach 1975, 1986 und 1996 Skiflug-Weltmeisterschaften in Szene. In sechs Jahrzehnten haben Skispringer am Kulm Triumph und Freude, aber auch Angst und Schmerz erlebt. Den Premierensprung tat im Februar 1950 übrigens ein Bursche namens Hubert Neuper, der Vater des jetzigen WM-Organisators.

Der Kulm ist eine von fünf regelmäßig genutzen Skiflugschanzen (neben Planica, Oberstdorf, Vikersund und Harrachov) und wurde auf Initiative des Salzkammergut-Skiverbandes errichtet. Dieser damals zehnte Landesverband des ÖSV löste sich allerdings 1951 nach 40-jährigem Bestehen auf. Drei Mal wurde auf dem Bakken, dessen K-Punkt sich durch zahlreiche Umbauten von 100 m auf 185 m verschoben hat, Weltrekord geflogen. Durch den Deutschen Peter Lesser 1962 (141 m) und 1965 (145) sowie durch Felder 1986 (191,0).

Bei der ersten Kulm-WM 1975 hatte sich Karel Kodejska (CSSR) durchgesetzt, zehn Jahre nach Andreas Felder triumphierte ein weiterer Österreicher. Andreas Goldberger, betreut vom damaligen ÖSV-Trainer Felder, wurde seiner Favoritenrolle gerecht und kürte sich als dritter und bisher letzter Österreicher (der erste war Armin Kogler 1979) zum Skiflug-Champion.

Wieder zehn Jahre später verabschiedet sich nun der bereits zurückgetretene Publikumsliebling Goldberger am Kulm von den Fans - mit einem Flug am Freitag dem 13. Von Donnerstag bis Sonntag soll eine ähnlich große Kulisse von 120.000 Zuschauern erreicht werden wie 1996.

Vier österreichische Siege

Neben den vier Weltmeisterschaften war der Kulm auch Schauplatz von neun Weltcup-Veranstaltungen, in denen sich die Österreicher Hubert Neuper (1982), Stefan Horngacher (1991), Florian Liegl (2003) und Andreas Widhölzl (Tagessieg bei der WM-Generalprobe 2005) in die Siegerliste eintrugen.

Nach dem Umbau für die WM 1996 sowie weiteren Zubauten für 2005 wie die Errichtung eines Liftes und des modernen Starthauses präsentiert sich der Kulm als modernste Skifluganlage der Welt. Der Weltrekord von 239,0 m (Björn Einar Romören in Planica 2005) ist außer Reichweite, doch Flüge bis in den Bereich von 220 m sollten bei optimalen Bedingungen möglich sein. Den Schanzenrekord hält Sven Hannawald (GER) seit dem 31. Jänner 2003 mit 214,0 m. Der Tiroler Christian Nagiller ist am damaligen Rekord-Wochenende bei 220 m gestürzt. (APA/red)