Der Vertreter der Kosovo-Serben im Belgrader Verhandlerteam für die UNO-verwaltete Provinz, Goran Bogdanovic, hat am Dienstag die UNO-Mission (UNMIK) in Pristina aufgefordert, ihre Entscheidung über die Abschaltung der Übertragungsantennen des serbischen Mobilfunkbetreibers Mobtel im Zentralkosovo zu revidieren. Die Antennen in dem Gebiet, in dem etwa 40.000 Serben leben, wurden am Montag Nachmittag abgeschaltet. Ende letzter Woche waren auf Beschluss der Telekom-Behörde des Kosovo bereits die Mobtel-Sendeanlagen in der Kosovo-Hauptstadt Pristina stillgelegt worden.

Einzige Kommunikationsmöglichkeit

Laut Bogdanovic stellt das Mobtel-Handynetz praktisch die einzige Kommunikationsmöglichkeit der serbischen Volksgruppe im Kosovo dar. "Von seinem Funktionieren hängt die Lebensgestaltung im Zentralkosovo und anderswo ab", präzisierte er gegenüber den Medien.

Der Serbenführer im Nordkosovo, Oliver Ivanovic, will sich an UNMIK-Chef Sören Jessen-Petersen,mit der Bitte wenden, die Mobtel-Übertragungsantennen in diesem Teil der Provinz nicht abzuschalten.

Illegal

Der Leiter der Telekom-Aufsichtsbehörde, Anton Berisha, hatte die Abschaltung der Mobtel-Antennen damit begründet, dass der serbische Handynetz-Betreiber seit Sommer 2004 im Kosovo illegal gearbeitet habe.

Die serbische Regierung hat der Mobtel Ende Dezember die Funklizenz entzogen. Das Handynetz wird in Serbien seitdem von der staatlichen Telekom verwaltet. Mobtel befindet sich seit Mai 2005 im Mehrheitsbesitz der österreichischen Investoren Martin Schlaff, Josef Taus und Herbert Cordt.(APA)