Wien – Was die Übernahme durch einen ausländischen Investor für einen Produktionsstandort bedeuten kann, erfährt demnächst das schwedische Schweißtechnik-Unternehmen Avesta Welding. Anders als beim berühmten Fallbeispiel Semperit wird der österreichische Edelstahlkonzern Böhler-Uddeholm die im Oktober erworbene Produktion des Fülldraht- und Elektrodenherstellers nicht weg von Österreich verlagern, sondern ins steirische Kapfenberg. Das erfuhr DER STANDARD aus Unternehmenskreisen.

Bei Böhler gibt man sich dazu sehr zugeknöpft, die Verlagerung der Maschinen des im Juli erworbenen Ablegers des finnischen Stahlerzeugers Outokumpu nach Österreich sei noch nicht beschlossen.

Ein Blick ins Archiv zeigt freilich, dass Outokumpu Oyj Verluste schreibt und Anfang Jänner mit 36,2 Millionen Euro für Restrukturierungen und Personalabbau vorsorgen musste. Wegen Überkapazitäten bei Draht, Fülldraht und Elektroden sei auch die Produktion in Avesta fünf Jahre lang nicht profitabel gewesen, heißt es in Böhler-Kreisen. Betroffen von der Produktionsschließung sind dem Vernehmen nach rund 80 Mitarbeiter in der Produktion, Verhandlungen über einen Sozialplan sollen in den nächsten Tagen beginnen.

Sozialplan

Den gut eingeführten Markennamen "Avesta Welding" will Böhler laut Angaben vom Juli 2005 erhalten und auch die Produktpalette fortführen. Erhalten bleiben sollen auch die 80 Beschäftigten im Vertrieb.

Wie hoch der Restrukturierungsaufwand für Böhler sein wird, war am Dienstag nicht zu eruieren. Insider erwarten für den Sozialplan einen einstelligen Millionenbetrag. (Luise Ungerboeck, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11.1.2006)