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Johnny Hallyday

Foto: APA/EPA/NIVIERE-ASLAN/SIPA

Paris - Der französische Altrocker Johnny Hallyday will mit 62 Jahren Belgier werden. Wie der belgische Botschafter in Paris, Pierre-Dominique Schmidt am Mittwoch bekannt gab, reichte der Erfolgssänger - mit bürgerlichem Namen Jean-Philippe Smet - vor etwa einem Monat einen entsprechenden Antrag ein.

"Belgier im Herzen"

Der Antrag des Altrockers wurde nach den Angaben für die Genehmigung an das belgische Parlament weiter geleitet. "Verwaltungsmäßig gibt es keinen augenscheinlichen Grund für eine Ablehnung", erklärte Botschafter Schmidt gegenüber französischen Medien und betonte, dass Hallyday bereits "Belgier im Herzen" sei. Der Schlagersänger kam 1943 in Frankreich als Sohn eines belgischen Vaters und einer französischen Mutter zur Welt.

Nach Angaben des Botschafters wird es drei bis sechs Monate dauern, bis das belgische Parlament die Naturalisierung des Sängers genehmigt. Über die Gründe, die Hallyday zu diesem Schritt veranlasst haben, wisse er nicht Bescheid, fügte der Diplomat hinzu.

"Fiskalemigranten"

Zahlreiche einkommensstarke Franzosen wurden in den vergangenen Jahren bereits zu "Fiskalemigranten" in Belgien, um den hohen Einkommenssteuern in Frankreich zu entrinnen. Filmstar Alain Delon etwa optierte vor einigen Jahren für die Schweizer Staatsbürgerschaft. Laut geltender Gesetzesregelung muss Hallyday auf die französische Staatsbürgerschaft verzichten, wenn er die belgische erhält.

Firmen-"Scheidung" nach 43-Jahren

Nach 43 Jahren und einem harten Rechtsstreit hat Hallyday zudem von seiner bisherigen Plattenfirma Universal zu Warner Music gewechselt. Das erste Warner-Album der 62-Jährigen, der in seiner Karriere bereits mehr als 100 Millionen Alben verkauft hat, erscheint im kommenden Herbst. Es handelt sich um eine Live-Aufnahme seiner Konzerttournee "Flashback", die am 2. Juni in Paris beginnt. Im Jahr 2007 soll eine weitere CD folgen, diesmal eine Studioaufnahme mit Schwerpunkt Blues-Musik.

Hallyday hatte Anfang 2004 seine Absicht angekündigt, die Plattenfirma Universal zu verlassen, weil er von dieser Jahrzehnte lang "ausgeraubt" worden sei. Der Erfolgssänger hatte den Prozess gegen Universal in erster Instanz gewonnen, dann aber im Appell verloren. Demnach verfügt Universal nach wie vor über die Urheberrechte bezüglich der mehr als 1.000 Titel aus seiner langjähriger Karriere. Der Sänger rief in der Streitfrage dann das Pariser Kassationsgericht an. Hallydays letztes Universal-Album "Ma verite", das Anfang November veröffentlicht wurde, verkaufte sich bereits in 800.000 Exemplaren. (APA)