Brüssel - Die EU-Kommission verlängert ihre Vorschriften für Überwachung und Test von Geflügel gegen Vogelgrippe bis Ende 2006 und wird weitere zwei Millionen Euro für die Ko-Finanzierung der vorgeschriebenen Tests zur Verfügung stellen. Bereits im September hat die Brüsseler Behörde rund 840.000 Euro für die Überwachungsmaßnahmen der Mitgliedstaaten bei locker gemacht. Die Maßnahmen galten jedoch nur bis Ende Jänner.

Die Mitgliedstaaten müssen ihre Überwachungspläne bis spätestens 7. Februar in Brüssel vorlegen. Dann werde über die Zuteilung der EU-Mittel entschieden, hieß es am Mittwoch in einer Mittelung der EU-Kommission. Seit Oktober seien in der EU etwa 25.000 Wildvögel auf das gefährliche Vogelgrippevirus getestet worden - bisher alle negativ.

Der Vorsitzende des Umwelt- und Gesundheitsausschusses im EU-Parlament, Karl-Heinz Florenz, hat indes die türkischen Behörden kritisiert. Diese hätten zumindest seit Dezember über den Ausbruch der Vogelgrippe Bescheid gewusst. Es sei "sehr ärgerlich", dass sie nicht die gleiche Transparenz ans den Tag legten, wie die EU-Staaten. In Agentur für Seuchenprävention in Stockholm geht man laut Florenz davon aus, dass ein Ausbruch in Europa "nur eine Frage der Zeit" ist.

Die EU sei seiner Ansicht nach gut vorbereitet, an den technischen und praktischen Kontrollen könne man aber noch arbeiten, ebenso an der Aufklärung der Bevölkerung, wie mit toten Vögeln oder Geflügel umzugehen sei. "Die Hinterhofhühner sind das wirkliche Problem, nicht die großen Geflügelfarmen", so Florenz. (APA)