Graz - Wie bringt man die Entwicklung des österreichischen Sozialstaates adäquat ins Bild? Die überparteiliche steirische "Arge Jugend gegen Gewalt und Rassismus" nimmt sich dieses wichtigen Teiles des österreichischen Selbstverständnisses an und bereitet für Mitte Mai eine Schau vor, die als Wanderausstellung in ganz Österreich gezeigt werden soll. Historisches Fotomaterial und Ausstellungsstücke aus privaten Sammlungen werden noch gesucht und bis Ende März entgegengenommen.

Das Projekt

Steirische Sozialwissenschafter, Historiker und rund 150 Jugendliche aus verschiedenen steirischen Schulen erarbeiten mit Mitarbeitern der "Arge Jugend gegen Gewalt und Rassismus" die Wanderausstellung "A-Sozial. Sozialstaat Österreich 1945 bis ...", die vom Sozialressort des Landes finanziell unterstützt wird.

Damit soll die Geschichte des österreichischen Sozialstaates bis zur Gegenwart thematisiert werden. Ziel sei auch das Aufzeigen von zukunftsorientierten Handlungsalternativen zur Lösung bestehender Problemstellungen in der aktuellen Sozialpolitik, erklärt Arge-Geschäftsführer Christian Ehetreiber. Ab Mai soll die Schau in Graz zu sehen sein, "weiterer Fixstarter ist das Arbeitsweltmuseum Steyr", so der Organisator.

Aufruf

Um die Ausstellung möglichst lebendig zu gestalten, richte man einen Aufruf an die Bürgerinnen und Bürger, Fotos und Archivalien ab 1945 leihweise zur Verfügung zu stellen, so Ehetreiber. Konkret geht es ihm um Fotos oder Filme, die Menschen bei der Arbeit bzw. konkrete Lebens- und Wohnverhältnisse von Menschen in Österreich zeigen (z.B. Fotos von Zimmer-Küche-Wohnungen; Armenausspeisungen), weiters Dokumente, die für die jeweiligen Besitzer zum Thema "Sozialstaat oder Sozialpolitik" von persönlicher Bedeutung sind wie zum Beispiel Bescheide über den Bezug von Arbeitslosengeld, Notstandshilfe und Sozialhilfe, alte Pensionsbescheide und Lohnzettel, Lohnsackerl, Sparstrümpfe, Essensmarken aus der Nachkriegszeit bis hin zu Zeitungsausschnitten. Interessiert sei man auch an persönlichen Aufzeichnungen und Erinnerungen der Zeitzeugen.(APA)