Wien - Die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs vom Mittwoch, wonach der ORF künftig 90 Sekunden pro Spiel und nicht 90 Sekunden pro Bundesliga-Runde senden darf, ist für Bundesliga-Vizepräsident Martin Pucher eine "existenzielle Bedrohung" für den Großteil der österreichischen Fußball-Oberhausklubs. "Wir beobachten das mit Sorge und können es auch nicht nachvollziehen. Damit werden unsere Bemühungen, die TV-Werte zu erhöhen, erschwert beziehungsweise ad absurdum geführt", sagte der Mattersburg-Obmann.

Pucher wies darauf hin, dass der Verkauf der Fernsehrechte eine zentrale Einnahmequelle für die Klubs ist - nun sei deren Wert "enorm beeinträchtigt. Für die Mehrheit der Vereine ist das eine mittlere Katastrophe", meinte der Burgenländer, der davon ausgeht, dass die Rechteinhaber Premiere und ATVplus das Urteil "mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten bekämpfen" werden.

Der Bundesliga-Vize setzt in diesem Zusammenhang auch auf den Bundes-Kommunikationssenat (BKS), der nach der Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs gezwungen ist, einen neuen Bescheid auszustellen. "Wir können nur hoffen, dass die Entscheidungsträger des BKS die für den Profi-Fußball existenzbedrohenden Auswirkungen des Urteils berücksichtigen."

Diese Hoffnungen dürften sich allerdings nicht erfüllen. Laut Auskunft der BKS-Geschäftsstelle hat der BKS zwar einen neuen Bescheid zu schreiben, dabei aber nicht viel Spielraum, weil er sich an die Rechtsauffassung des Verwaltungsgerichtshofs halten muss. (APA)