Bild nicht mehr verfügbar.

Die Chrysler-Gruppe präsentierte auf der North American International Autoshow in Detroit den Dodge Caliber. Ab Mitte 2006 startet die US-Marke auch in Österreich.

Foto: APA/EPA/Harry Melchert
"Mittelfristig, also bis etwa 2009, 2010, sollten schon 1,5 Prozent Marktanteil in Österreich drin sein." Ingo Natmessnig, Geschäftsführer von Chrysler Austria, sieht realistische Chancen, durch die im Juni diesen Jahres endgültig anstehende Einführung der Marke Dodge in der Zulassungsstatistik einen Gang höher schalten zu können.

Bei einem jährlichen Gesamtmarkt von rund 300.000 Autos wären das rund 4500 Autos. Derzeit (2005) verkaufte die Chrysler-Gruppe hier zu Lande rund 3200 Autos, das entspricht knapp 1,1 Prozent Marktanteil.

Klingt nach wenig, ist aber relativ gesehen europäische Spitzenposition: "Wir haben uns die Führung von der Schweiz wieder zurückgeholt", sagt Natmessnig bei der Detroiter Auto Show im Gespräch mit dem STANDARD, "und 2006 gibt uns Hoffnung, noch was drauflegen zu können. 3500 Fahrzeuge der Marken Chrysler, Jeep und eben, neu: Dodge, sollten es heuer werden.

Offizieller Start ins Zeitalter des Widders (siehe Markenlogo) ist im Juni mit der Markteinführung des Caliber (inoffizieller Auftakt war die Einführung des neu aufgelegten Sportwagens Viper 2006). Kurz gesagt, eine Art VW Golf Plus aus Amerika, praktisch gleich lang wie der Euro-Bestseller, aber mit viel Platz im Innenraum und markant machohaftem Designauftritt. Ein Jahr später soll mit dem Nitro bereits der zweite Dodge, der von den Außenabmessungen auf europäische Dimensionen zugeschnitten ist, von der Leine gelassen werden.

Konzernvorgabe

Die globale Positionierung der uramerikanischen Marke Dodge (deutsch: List, Tücke; aber basierend auf dem Familiennamen der Gründer John und Horace Dodge) ist Teil der Expansionsstrategie der Chrysler-Gruppe außerhalb Nordamerikas. Ihr ist der sportlich-bullig-jugendliche Part im Dreiklang mit Chrysler und Jeep zugedacht.

Die Konzernvorgabe lautet, mittelfristig die Marktanteile zu verdoppeln. Das werde sich in Österreich, wo Chrysler wegen der in Graz bei Magna Steyr (früher: Chrysler-Eurostar-Werk) gebauten Minivans Voyager und Grand Voyager traditionell überdurchschnittlich stark ist, nicht ganz umsetzen lassen. Immerhin sollte aber so um 2010 herum Chrysler, Jeep und Dodge jeweils rund ein Drittel des Neuwagenabsatzes in Österreich einfahren,so Natmessnig zum erwarteten Mischungsverhältnis.

Die Händlerschaft scheint die neue Marke positiv angenommen zu haben. Von den rund fünfzig heimischen Vertragsbetrieben würden bis auf zwei, drei Betriebe alle die Marke Dodge hinzunehmen.

Die Umstellung der Corporate Identity sei jedenfalls denkbar einfach, und auch die technischen Gemeinsamkeiten in der Chrysler-Markenwelt hielten die Investitionen in neue Service- und Reparaturgerätschaft in überschaubaren Grenzen. Bei der derzeit laufenden Vienna Auto Show ist das neue Markenemblem schon vorhanden, außer der Viper ist aber noch kein Dodge zu sehen. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.01.2006)