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Die Haltung passt nach wie vor.

Foto: APA/Jaeger
Bad Kleinkirchheim - Wenn schon, denn schon. Franz Klammer ließ es sich am Donnerstag nicht nehmen, vor dem Abschlusstraining der Damen für die Doppel-Abfahrten am Freitag und Samstag in Bad Kleinkirchheim die nach ihm benannte Weltcupstrecke erstmals unter (fast) echten Rennbedingungen zu testen. "Technisch schwierig und unten herab sicher eine Konditionsfrage", sagte Klammer nach der von Thomas Sykora als "Verfolger" für den ORF gefilmten Fahrt, bei der der 52-Jährige ordentlich ins Schnaufen gekommen war.

Der Abfahrts-Olympiasieger von 1976 in Innsbruck ist Kärntens bester Werbeträger und auch Jahre nach seinem größten Triumph überall ein gern gesehener Gast. Im Wellnessort in den Kärntner Nockbergen darf er als Strecken-Namenpatron auch Gastgeber spielen, die kommenden Tage sind mit Terminen vollgepflastert.

Eine "Kraftprobe" erledigte er mit der Abfahrt am Donnerstag bereits und meinte in der für ihn typischen Art im Ziel (nach einer längeren Verschnaufpause) auf die Frage, warum er es eher gemächlich anging: "Ich musste immer auf den Syki warten...."

Ganz im Ernst gab er dann indirekt doch zu, dass das Donnerstag-Erlebnis ("Ich bin hier schon oft gefahren, aber erstmals auf der gesperrten Strecke") wohl eine Challenge war, die er nun nicht mehr täglich auf sich nimmt und nehmen möchte: "Ich habe in der Früh auch erst noch die Spinnweben aus dem Helm rausgeben müssen, da sind sicher jetzt noch welche drinnen. Und vergangenes Jahr, als es so eisig war, da hätte ich es mir überlegt, ob ich hier herunterfahre. Aber heuer ist es wirklich wie ein Teppich."

Die Damen starten erst im unteren Teil des anspruchsvollen Steilstücks Klammer-Stich, der Abfahrtskaiser traut ihnen aber auch die Bewältigung des obersten Teils zu: "Da war die FIS zu übervorsichtig, aber vielleicht im nächsten Jahr." Er kann sich durchaus auch Herren-Weltcuprennen auf seiner Strecke vorstellen: "Das wäre sicher interessant. Man kann den Kurs auch ganz anders setzen, da gibt es viele Möglichkeiten. Aber jetzt lassen wir mal die Dirndln testen."

Siegertipp hat Klammer keinen, denn die Damen-Rennen verfolgt er nur sehr am Rande mit. "Ich bin da nicht so ein Insider, aber ich wünsche mir, dass irgendeine Österreicherin gewinnt."(APA)