Belgrad - Das von der internationalen Staatengemeinschaft isolierte Belgrader Regime, das im Inland mit einer wachsenden Protestbewegung konfrontiert ist, konnte sich am Freitag einer Unterstützung aus Österreich erfreuen. "Jugoslawien und Serbien repräsentieren vielleicht das einzige wirklich freie Volk in Europa", meinte der Präsident der "Jugoslawisch-österreichischen Solidaritätsbewegung", Wilhelm Langthaler, bei einer Pressekonferenz in Belgrad. Die Hauptgefahr für die Staatengemeinschaft sieht Langthaler von der neuen Weltordnung und den USA, die seiner Ansicht nach eine "imperialistische Tyrannei" betreiben. Langthaler gehört zu den Initiatoren eines "Wiener Tribunals", das der Frage nachgehen sollte, ob sich die Republik Österreich im Zusammenhang mit den NATO-Bombardements gegen Jugoslawien eines Neutralitäts- und Verfassungsbruchs sowie der Beihilfe zur Zerschlagung und Unterwerfung Jugoslawiens schuldig gemacht hat. Der Bürgermeister der serbischen Stadt Cacak und Chef der oppositionellen Partei "Neues Serbien", Velimir Ilic, wurde unterdessen zu einer fünfmonatigen Haftstrafe bedingt auf ein Jahr verurteilt. Ilic war vom früheren Polizeichef in Cacak verklagt worden. Vor drei Jahren soll er bei einer oppositionellen Kundgebung erklärt haben, dass der damalige jugoslawische Staatschef Zoran Lilic bei einem Besuch in der zentralserbischen Stadt von lokalen Kriminellen bewacht worden sei. Der Prozess gegen Ilic wurde am Donnerstag vor dem Gemeindegericht in Cacak in Abwesenheit des Angeklagten geführt. (APA)