Österreich befindet sich zwar bei der Innovationsleistung unter den europäischen Ländern mit durchschnittlicher Leistung. Aber es hat von allen Ländern nach Einschätzung der Kommission den stärksten Aufholprozess geschafft. So gelang Österreich binnen fünf Jahren beim europäischen Innovationsanzeiger der Sprung vom zehnten auf den fünften Platz unter 25 EU-Staaten.

Der Anzeiger enthält Innovationsindikatoren und Trendanalysen der EU-Länder sowie Bulgariens, Rumäniens, der Türkei und von Island, Norwegen und der Schweiz sowie zum Vergleich auch die USA und Japan.

Fast an der Spitze

Österreich sei nahe am Sprung zur führenden Gruppe der europäischen Staaten, die aus der Schweiz, Finnland, Schweden, Dänemark und Deutschland besteht. Die Innovationen in Österreich bestünden nicht im Hightech-Bereich sondern seien Technologien im mittleren Bereich, hieß es aus der Kommission. Eine durchschnittliche Leistung erzielen unter anderem auch Frankreich, Großbritannien, Luxemburg und Italien.

Besonders schlecht schneidet Österreich bei den so genannten Innovationstreibern ab, die an den Hochschulabschlüssen gemessen werden. Hier liegt Österreich nur auf Platz zwölf. Grund dafür ist die unterdurchschnittliche Zahl von Hochschulstudenten und Absolventen von Wissenschaft und Technik. Die EU-Kommission merkt allerdings lobend an, dass sich die Hochschultrends verbesserten.

Wissenskreaktion

Im Bereich Wissenskreation liegt Österreich sogar auf dem vierten Platz. Dies sei vor allem auf den hohen Prozentsatz von Firmen zurückzuführen, die staatliche Unterstützung für Innovationen bekommen, führt die Kommission aus. Anmerkt wird, dass Österreichs Universitäten unterdurchschnittliche Unterstützung von Unternehmen für Forschungen bekommen.

In Österreich ist die Studie positiv aufgenommen worden. Veit Sorger, der Präsident der Industriellenvereinigung, gab das Ziel aus, dass Österreich nach der Aufholjagd nun "unter die besten Drei in Europa nach Schweden und Finnland kommt". (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.1.2006)