Prag – Steyr Spezialfahrzeuge, eine Tochter des US-Rüstungskonzerns General Dynamics, gilt als Favorit bei der Ausschreibung für einen Großauftrag der tschechischen Armee im Gesamtwert von 25,5 Mrd. Kronen (887 Mio. Euro). Eine Expertenkommission der tschechischen Regierung habe nun eine Empfehlung für den Kauf von 234 Steyr-Panzerwagen des Typs "Pandur II" abgegeben, berichtet die Tageszeitung Pravo am Donnerstag unter Berufung auf mehrere Quellen aus dem Umfeld des Ausschreibungsverfahrens.

Erhöhte Chancen für Österreicher

Damit haben sich die Chancen für die Österreicher, sich gegen den finnischen Mitbewerber Patria Vehicles mit seinem Panzerwagen "AMW" durchzusetzen, deutlich erhöht. Offiziell wird die Empfehlung der Expertenkommission bisher geheim gehalten – das Verteidigungsministerium in Prag teilte in der Vorwoche lediglich mit, dass sich die Experten auf eine Empfehlung geeinigt hätten. Diese werde allerdings erst nach der Entscheidung der Regierung bekannt gegeben, die im Februar fallen sollte.

Preis spielt große Rolle

Laut Pravo wird der Preis die größte Rolle bei der Kaufentscheidung spielen und zu 50 Prozent in die Gesamtbeurteilung einfließen. Der von Steyr geforderte Preis sei demnach um 35 Mio. Euro niedriger als jener von Patria Vehicles. Für die nachfolgende Instandhaltung der Fahrzeuge verlange der finnische Konkurrent sogar doppelt so viel wie die Österreicher, heißt es. Der Kaufvertrag soll im April oder Mai unterzeichnet werden, die Lieferung der Fahrzeuge Ende 2006/Anfang 2007 beginnen und fünf Jahre dauern. Die tschechische Armee will mit den neuen Fahrzeugen ihre veralteten OT-64- Radpanzerwagen ersetzen, die schon seit den 60er-Jahren im Einsatz sind. (APA/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.1.2006)